70.3: Intervall-Training

Wenn es abends so dunkel und neblig ist, hab ich irgendwie wenig Lust so ganz ewig draußen rumzulaufen, also heißt die logische Konsequenz: Intensität steigern, um das Training zu verkürzen. Nach 10min gemütlichem Einlaufen bin ich dann heute 10mal je 1min schnell und 1min gemütlich gelaufen. Dabei habe ich versucht die schnellen Intervalle auch wirklich schnell zu laufen, deutlich über meinem Wohlfühl-Tempo. Eigenltich hatte ich mir vorgenommen, die letzten beiden schnelle Intervalle volles Mett reinzutreten und alles zu geben, aber ich bin mit dem Zählen irgendwie nicht mehr mitgekommen und hab’s dann irgendwie verpennt. Danach noch gemütlich 10min auslaufen zum runterkommen, alles taco. War spaßig, kurzweilig und trotzdem anstrengend. Ich glaube generell sollte ich solche Intervalle häufiger einbauen, um mein allgemeines Tempo anzuheben, mal schauen, wie das passt.

Seit gestern abend bastele ich an der Saisonplanung 2014. Das Jahr wird pickepacke-voll mit Events, ich freue mich richtig drauf. Ich hoffe, dass ich am Wochenende alles soweit vorbereitet habe, dass ich das online stellen kann. Ich will ohnehin ein zwei Kleinigkeiten am Blog ändern, aber dazu dann mehr am Wochenende (wenn ich dann vom Lauf mit mindestens 20km berichte…).

70.3: Das sind keine 20km….

Boah bin ich aus der Form gekommen. Ich war aber echt faul die letzte Zeit, zumindest was das Training angeht. Egal, heute also in die Schuhe und ab dafür, insgesamt etwas schneller als ich wollte, aber so richtig bremsen konnte ich mich nur auf dem Deich, als mir der Wind ins Gesicht blies. Insgesamt eine schöne Runde, aber nach etwa der Hälfte der Strecke merkte ich schon, dass ich wieder Blasen an den Fußinnenseiten bekomme. So war mir dann auch wurscht, dass am Ende nur 19,2km auf der Uhr standen, denn auf noch einen kleinen Schlenker hatte ich keine Lust, dafür taten dann die Füße zu sehr weh.

Zwischen durch hat mein Telefon wohl irgendwie Mist gemacht, angeblich soll ich die Kilometer 13 und 14 mit 4:19 bzw. 3:43 min/km Pace gelaufen sein. Äh ja neee, is klaar. Ich habe mir aber nochmal die aufgezeichnete Strecke angeschaut und auf den ersten Blick sieht es so aus, als wären die km-Marker auch in etwa einen Kilometer auseinander. Andererseits kommt sowas ja wohl kaum zustande, weil die Uhr falsch lief… Naja, ich weiß es nicht, ist aber auch egal.

Erkenntnisse: So ganz ohne Training geht es eben doch nicht, der Socken macht den Unterschied und ich brauche ein neues Mobiltelefon.

70.3: Gemütlich durch die Dunkelheit

Meine Güte, ist das dunkel draußen, wenn die Sonne untergegangen ist. Gefühlt ist es ja ohnehin nur noch drei Stunden am Tag hell, direkt danach ist es aber auch gleich so, als würde man in einer Höhle stehen. Trotzdem habe ich mich heute Abend mal wieder in die Laufschuhe geschwungen und habe eine kleine gemütliche Runde absolviert. Nichts spannendes, am Ende waren 11km mit einem recht konstanten 6:00er Pace auf der Uhr. Schön war’s aber dennoch, der leichte Nieselregen war ganz angenehm und ich hatte auch die richtige Kleidung gewählt, nicht zu kalt und nicht zu warm.

Die Dunkelheit birgt aber auch Tücken, denn trotz meiner Stirnlampe, mit der ich ein wenig nach Minenschlumpf aussehe, konnte ich nciht immer zweifelsfrei erkennen, wo Weg und wo Wiese war. Auch Autofahrer scheinen mit der Dunkelheit überfordert zu sein, einer fuhr aus seiner Auffahrt auf den Fußweg und schaute mich völlig verdutzt an, zugegeben, mit der hellen Stirnlampe, reflektierenden Streifen in Shirt und Hose und roten Positionslichtern an beiden Oberarmen bin ich natürlich auch schwer zu erkennen… Da hilft nur Kopfschütteln und einen Bogen um das Auto herum laufen.

Mein Zwischenziel, bis Ende Januar jede Woche einen Lauf von mindestens 20km hinzulegen, steht weiterhin. Wo ich den Lauf allerdings diese Woche noch bis Sonntag unterbringe, ist mir selbst gerade noch nicht ganz klar, aber laufen werde ich auf jeden Fall. Gestern habe ich mich auch nochmal mit Marathons im Frühjahr auseinander gesetzt und mich dann gegen den Hamburg-Marathon entschieden. Ich bin nicht so sicher, ob ich Lust habe, mit 15.000 Läufern zu starten. Ich habe mir jetzt den Vivawest-Marathon durch Gelsenkirchen, Essen, Gladbeck und Bottrop angeschaut und werde mich vermutlich dafür anmelden. Die Strecke erscheint mir sehr schön und letztes Jahr waren es wohl etwa 1200 Teilnehmer, das klingt doch schon deutlich angenehmer.

70.3: Trainieren wird völlig überbewertet

Mit den Ergebnissen im Wettkampf wird abgerechnet, nicht mit den Trainingsumfängen. Ich habe ja nun in den letzten Wochen wirklich wenig trainiert, deshalb fuhr ich gestern mit ein klein wenig Bammel nach Essen zum Blumensaatlauf. Vor Ort war aber alles ganz unkompliziert, ich habe mich schnell nachgemeldet und mir dann den Start des 10km-Laufs angesehen. Knapp 700 Starter waren es hier, mehr als ich erwartet hatte.

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Als die Läufer verschwunden waren, bin ich dann zurück zum Auto, um meine Laufsachen anzuziehen, eineinhalb Stunden später war der Halbmarathon-Start. Die Kleidungsfrage war gar nciht so einfach bei den 5-6°C, die herrschten, ich habe mich aber im Endeffekt goldrichtig für leichtes frösteln am Start entschieden, damit mir im Lauf nicht zu warm wird. Beim Start war dann ganz schön Gedränge auf dem schmalen Weg, es waren auch knapp 500 HM-Läufer am Start, es ging dann aber recht locker los, ich hatte mich einigermaßen gut eingereiht und musste auf den ersten Kilometern wenig überholen und drängeln. Ziemlich genau beim ersten Kilometer-Schild flüsterte mir runtastic eine Zeit von 5:13 min/km ins Ohr. Whoops, war wieder ncihts mit langsam loslaufen, also erstmal die Bremse ziehen. Die darauffolgenden drei Kilometer hatten Zeiten um 5:25 min/km, also nciht wirklich viel langsamer, ich wollte eigentlich in Richtung 6:00 loslaufen und kontinuierlich in Richtung 5:00 steigern.

Da ich mich aber sehr wohl fühlte, habe ich beschlossen, das Tempo jetzt einfach zu halten. Einige Meter vor mir lief eine junge Frau mit dunklem Pferdeschwanz, da wollte ich mich reinhängen. Gedacht, getan, Tempo schnell, aber angenehm, alles taco. Etwa zu dieser Zeit kam mir der führende entgegen, schon mit locker 100m Vorsprung, ein Wahnsinnstempo hat der da an den Tag gelegt und sah ganz entspannt aus. Kurz nach dem 5km-Schild kam dann die erste Wende, an der ich den dunklen Pferdeschwanz aus den Augen verlor, blöd, denn das hatte mir durchaus geholfen, das Tempo konstant zu halten. An der Verpflegungsstelle griff nach einem Becher Wasser, welches netterweise handwarm temperiert war, echt angenehm. Kurz darauf merkte ich, wie eine junge Frau sich neben mir einreihte, langsamere überholte, wenn ich daran vorbeizog und versuchte, sich meiner Schrittfrequenz anzupassen.

Beim Kilometerschild 7 sprach sie mich an und fragte, wie schnell wir denn wären. Ich antwortete wahrheitsgemäß „Der letzte Kilometer war 5:11“, was sie sichtlich erfreute. Geschuldet durch das für mich vergleichsweise hohe Tempo war die Unterhaltung etwas schwerfällig, aber wir sprachen immer wieder ein paar Sätze miteinander. Sie erklärte dann, das sei ihr erster Halbmarathon und man hörte deutlich raus, wie sie Bammel vor der Distanz hatte. Nachdem ich von meinem Ziel „deutlich unter zwei Stunden“ erzählte, sagte sie „Ich bleib mal ein bisschen bei dir dran“, was mir ganz recht war, denn unser Tempo war super-konstant.

An der zweiten Wende gab es merkwürdigerweise nur Tee, kein Wasser. Ich wollte keine Experimente eingehen und hab verzichtet. Bei dieser Temperatur hatte ich zwar nicht so sonderlich viel Durst, aber man schwitzt ja trotzdem, ein Becherchen Wasser wäre da schon ganz nett. Etwa als wir Kilometer 12 waren, kam uns der Führende ein letztes Mal entgegen, er sah immer noch entspannt aus, er ist dann mit 1:11:48 ins Ziel gelaufen, der Wahnsinnige! Unser Tempo war zwar nicht ganz so hoch, aber durchaus respektabel und immer noch sehr konstant: zwischen Kilometer 7 und 16 schwankten meine Zeiten zwischen 5:10 und 5:14 min/km. An der letzten Wende kam meine Begleiterin dann etwas besser los und hatte ein paar Meter Vorsprung. Wir hatten vorher schon mal drüber gesprochen, dass wir wenn die Körner reichen sollten, die letzten fünf Kilometer nochmal Gas geben wollten. Am Verpflegungsstand war mir dann jemand voll im Weg, sodass ich nochmal wertvolle Sekunden und Meter verlor, inzwischen trennten uns locker 50m. In meinen Beinen brach Müdigkeit aus, keine Chance, mich da noch ranzukämpfen. Jetzt musste ich also alleine weiter kämpfen und meine Kilometerzeiten sackten auf 5:20 bis 5:27 ab, an sich nicht tragisch, denn ich war immer noch auf Kurs zu einer guten Zeit, aber irgendwie ärgerte mich, dass ich nicht sofort aufgeschlossen habe, gemeinsam mit ihr hätte ich sicher noch eine Schippe drauflegen können.

Den letzten Kilometer habe ich dann wieder etwas schneller abreißen können und so stand 1:52:17 auf der Anzeigetafel, als mein Schuh über die Matte piepte. Da ich beim Start ja ein kleines bisschen brauchte, bis ich über die Startlinie gelaufen bin, ist die Netto-Zeit sogar 1:51:50. Wahnsinn! Mit so wenig Training habe ich mich selbst überrascht! Im Ziel sah ich meine Mitstreiterin dann wieder, die zwei Minuten vor mir angekommen war, sie grinste dann nur auf meine Frage, woher sie die Energie am Ende genommen hatte. Ich habe dann meine Sachen geholt und bin zu Claus gefahren, der freundlicherweise eine warme Dusche und ein leckeres Essen für mich parat hatte, vielen Dank nochmal dafür.

70.3: Passiert da auch was?

Ja, da kündigt der Heavy ganz vollmundig ein neues Projekt an, berichtet stolz von einer Woche Radfahren und dann ist Ruhe. Was da los ist, frag ich mich selbst! Zugegeben, ich war faul, allerding noch deutlich schreibfauler als trainingsfaul. Zwar sind auch nur zweimal Radfahren, drei Läufe und 4 Kraft-Ausdauer-Einheiten im Fitnessstudio dabei rumgekommen, aber immerhin mehr, als bei der Stille im Blog zu erwarten wäre.

Um mich selbst wieder ein bisschen mehr anzutreiben, werde ich künftig wieder etwas mehr schreiben, denn da merke ich immer recht schnell, wenn mein Trainingspensum wieder einbricht. Um zumindest mein Laufpensum einigermaßen abzustecken, habe ich mir vorgenommen in den nächsten zehn Wochen, also bis Ende Januar, jede Woche einen Lauf von mindestens 20km zu absolvieren. Fahrradtraining wird nicht viel dabei sein, vielleicht ein bisschen nach Lust und Laune im Studio oder bei gutem Wetter auf dem Deich. Schwimmen ist nach wie vor ein Problem, ich schaffe es nicht so recht, mich vernünftig aufzuraffen, schon gar nicht allein. Mal sehen, wie ich das angehe.

Ich habe mich jetzt schon mal ein wenig mit dem Abschluss des Projekts 70.3 befasst, denn am Ende wird natürlich ein Wettkampf stehen, genauer gesagt ein Mitteldistanz-Triathlon, also 1,9km Schwimmen, 90km Radfahren und ein Halbmarathon. Wenn ich jetzt so ganz grob überschlage, käme ich auf etwa 5:45 Stunden, also setze ich mir mal 5:30 als Zielzeit, das dürfte irgendwo zwischen realistisch und ambitioniert liegen, vielleicht korrigiere ich das aber nochmal.
Jetzt stellt sich ja aber die Frage: Wo und wann nehme ich am Wettkampf teil? Ich hab mal ein paar Möglichkeiten zusammengetragen. Gerne höre ich dazu Input von euch, denn ich würde mich natürlich wahnsinnig freuen, euch wieder an der Strecke zu sehen.

Mögliche Wettkämpfe, an denen ich gerne teilnehmen würde:
Ironman 70.3 Wiesbaden, 10. August 2014

Pro: Riesen-Event, Europameisterschaft
Contra: Sehr weite Anreise, Datum*

Nordseeman Wilhelmshaven, 10. August 2014

Pro: „Günstig“, kurze Anreise
Contra: Kleines Event, Datum*

Cologne226 Half (Köln), 7. September

Pro: Mehr Zeit zur Vorbereitung, Großes Event
Contra: Recht weite Anreise

Ironman 70.3 Rügen, 14. September 2014

Pro: Mehr Zeit zur Vorbereitung
Neutral: Neues Event, vermutlich aber recht groß
Contra: Recht weite Anreise

* – Am 10. August findet auch der City-Triathlon Bremen statt, bei dem ich gerne die olympische Distanz als Vorbereitung mitmachen würde.

Wettkämpfe, die ich mir nochmal genauer ansehen muss:
BERLIN TRIATHLON XL – 3. August
Half ICAN Nordhausen – 24. August

Wettkämpfe, die zu 99% nicht in Frage kommen:
Challenge Half Kraichgau – zu früh (15 Juni)
Ironman 70.3 Berlin – recht früh (20. Juli)
Green Hell Triathlon – Weite Anreise, heftige Radstrecke, unkonventionelle Distanz, aber eigentlich reizvoll
Challenge Half Mallorca – recht spät (18 Oktober), weite, komplizierte Anreise

70.3: Erstmal ein bisschen Radfahren

Willkommen zum Nachfolger von Projekt M13. Ich habe mir vorgenommen, nach dem Marathon nicht gleich wieder mit Sport aufzuhören, wie es mir ja schon einmal passiert ist, sondern dran zu bleiben und mich weiter zu fordern. Daraus ist die Idee zu Projekt 70.3 entstanden, was genau das bedeutet, werde ich im nächsten Eintrag erläutern, denn hier geht es erstmal um die ersten Trainingseinheiten für 70.3, die nämlich bereits absolviert sind.

Genau eine Woche nach dem Marathon bin ich mit Robson in einen Flieger gen Mallorca gestiegen, um eine Woche Radurlaub dort zu verleben. Also habe ich mir die Nacht schön mit dem Ironman Hawaii um die Ohren geschlagen (war übrigens super interessant) und bereits um 9 Uhr begrüßte uns Mallorca mit 25° und Sonnenschein. Richtig schön, immerhin hab ich auch schön länger nicht mehr richtig Urlaub gemacht gemacht, da machen Palmen direkt was her! Kurzer Bustransfer ins Hotel, schnell einchecken und dann sind wir direkt in den Radshop, der direkt ans Hotel angeschlossen liegt. Wir wurden sehr nett empfangen und nahmen unsere (wirklich guten) Räder und unser Begrüßungspaket entgegen. Die Räder konnten wir dann direkt im Keller des Hotels anschließen, das übrigens direkt am Strand gelegen und frisch renoviert ist. Unser Blick vom Balkon ging über den Pool hinweg direkt aufs Meer, ziemlich nice!

Auspacken, kurz ausruhen, Sachen zurechtlegen und was macht man dann? Klar, der ein oder andere wäre jetzt an den Pool oder den Strand gegangen, wir sind aber auf die Räder gehüpft, um diese ein wenig kennen zu lernen und schon mal ein klein wenig einzurollen. Ich sitze kaum richtig im Sattel, da blinkt mir der kleine Rad-Tacho an Lenker entgegen: 27…29..31… km/h! Ja, sag mal, ist der denn richtig eingestellt? runtastic hat uns später verraten, der ist tatsächlich richtig eingestellt! Es ist halt doch etwas anderes auf einer modernen Carbon-Schüssel als auf meinem alten Stahl-Koloss. Unsere kleine Tour zeigte jedenfalls schon mal, dass die Gegend wirklich ganz schön ist. Unser Hotel lag in Ca‘ Picafort, wir sind ein kleines bisschen nach Norden nach Port d’Alcudia geradelt. Es wurde dann auch nur eine kleine Runde, etwa 29km, aber da wurde auf jeden Fall der Wunsch im Körper groß, ordentlich Rad zu fahren.
Am Abend wurden dann alle Radgäste begrüßt und die Tourenleiter vorgestellt, ich war mir irgendwie unsicher, denn ich wollte mich zwar fordern, aber auch nicht überfordern und möglicherweise als Volltrottel da stehen, der sich übernommen hat.

Am Montagmorgen startete dann also die erste Tour, alle Gruppen versammelten sich vor dem Radshop und der Guide der schnellsten Gruppe schraubte nochmal die Geschwindigkeitsangaben etwas nach unten, also ich spontan in diese Gruppe gewechselt, Rob wollte in der Hobbygruppe mitfahren. Nachdem die Gruppen etwas getrennt waren, gab es dann nochmal eine ganz kurze Einweisung: es wird Zweierreihe gefahren, wir bleiben zusammen, Zeichen werden durchgereicht und so was halt. Dann ging’s ab aufs Rad und keine 4km weiter überholten wir auch schon Rob’s Gruppe, die am Straßenrand stand und offensichtlich einen Unfall hatte. Ich hatte das in dem Moment nicht richtig gesehen, tatsächlich war Rob sogar darin verwickelt, ihm ist aber aber (nahezu) nichts passiert, eine andere aus der Gruppe hatte es aber völlig zerlegt: Krankenhaus, Operation kompliziert und besser in Deutschland machbar, Rückflug. All das erfuhr ich aber erst später bei der Mittagspause, wo wir die Gruppe dann noch kurz trafen. Das Fahren war in der Gruppe zügig, aber angenehm, da ich viel im Windschatten lutschen konnte, nur an Steigungen kam ich ganz schön an meine Grenzen. Auf jeden Fall hat es schon mal wahnsinnig Spaß gemacht und so war das alkoholfreie Erdinger beim Einkehren in einem Cafe direkt am Strand dann auch wirklich verdient. Übersicht Montag:
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Am Dienstag wachte ich morgen mit den Überresten meiner Erkältung, die ich mir nach dem Marathon zugezogen habe, auf. Ich hustete, meine Bronchien waren belegt, mir ging es ganz schön beschissen. Nach dem Frühstück legte sich das zum Glück, aber irgendwie war ich mir unsicher, ob ich so die Anstiege auf der hetigen Tour schaffen würde, also bin ich lieber in Rob’s Gruppe gewechselt. Dort war die Stimmung trotz Unfall am Vortag hervorragend, die Leute waren alle super nett (zum Teil waren die Teilnehmer in der ambitionierten Gruppe doch etwas verbissen und verkniffen) und soooo sonderlich viel langsamer waren wir hier auch nicht unterwegs, also alles tutti. Vormittags war es noch etwas windig, aber dann wurde das Wetter auch wieder absolut traumhaft. Hier zog sich das Feld an Anstiegen aber deutlich mehr auseinander und so wurde immer am Gipfel von jedem Hügel gewartet, bis wieder alle beisammen waren, das wurde auch immer wieder betont: jeder fährt seinen Stiefel und es wird keiner zurückgelassen. Anstiege habe aber den ganz großen Bonus, dass es irgendwann auch wieder runter geht, hier haben wir das Waschbrett kennengelernt, eine Strecke der ziemlich asphaltiert ist und über 10km mit kleinen Wellen bergab führt. Es hieß hier: freies Fahren, also habe ich mich klein gemacht, so aero wie eben möglich und hab getreten was die Beine hergaben. Zusammen mit einem anderen bin ich dann diese Strecke hinuntergebügelt, immer im Wechsel der Reihenfolge, um den Windschatten schön zu nutzen. Meine Güte, hat das Laune gemacht. Als Abschluss der Tour sind wir dann wieder am Strand eingekehrt, ich habe aber nach einem schnellen Erdinger einen Abflug gemacht, hab die Rad- gegen Laufschuhe getauscht und bin noch eine kleine Runde laufen gegangen. Waren am Ende dann nur ganz gemütlich 5km, denn es wurde ganz schön sonnig und heiß, aber die andere Bewegung in den Beinen war schon ganz gut. Übersicht Dienstag:
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So ganz richtig frei waren meine Atemwege auch am Mittwochmorgen nicht und da es mir ohnehin ziemlich gut gefallen hatte, bin ich wieder mit Rob in Willi’s Gruppe gefahren, denn hier dürfte es bereits hügelig genug werden. Kurz vor Mittag sind wir am Rande des Örtchens Petra einen kleinen Anstieg hoch, den Rob mit drei anderen als Anlass sah, lieber den Marktplatz von Petra auszusuchen und dort auf uns zu warten. Der Rest hat sich dann auf die rund 3km lange Strecke zur Wallfahrtskirche Bonany gemacht, die natürlich oben auf einem Berg gebaut wurde. Der Anstieg war echt heftsch, zweimal habe ich echt gedacht: „OK, wenn nach dieser Kurve kein Ende in Sicht ist, steig ich ab!“ Am Ende bin ich aber in einem Rutsch hoch und habe das Wasser aus dem Brunnen sehr genossen, der die Sonne brannte wirklich erbarmungslos herunter. Die Mittagspause in Petra war danach mehr als verdient. AUf dem Rückweg haben wir noch eine Radrennbahn besucht, aber den Berg und die vergangen Tage steckten in den Beinen, sodass keine Leistung mehr rauszuholen war. Lustig war es dennoch, einmal auf so einer Bahn zu fahren. Übersicht Mittwoch:
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Der Donnerstag war dann der Ruhetag, den Rob und ich lieber am Strand als auf dem Rad verbrachten. Das herrliche Wetter lud sogar zu zwei kleinen Sprüngen ins Meer ein, das Wasser war nach kurzer Eingewöhnung schon echt angenehm. Eigentlich wollte ich noch ein kleines Triathlon-Programm einlegen, aslo Schwimmen, radeln und laufen am Stück, aber es war so warm und ich war ganz schön geschafft, außerdem wartete ja bereits die Königsetappe auf uns.

Freitag begann unsere Tour bereits eine halbe Stunde früher als üblich los, denn es sollte mal richtig in die Berge gehen.Bis zur ersten Mittagspause sind wir einigermaßen flach an die Berge im Norden der Insel herangefahren und haben dann im Örtchen Bunyola auf knapp 200m Höhe kurz Pause gemacht, denn danach kam ein langgezogener Anstieg zum Coll d’Honor mit seinen 550 Metern über NN. Hier war es nicht ganz so steil wie nach Bonany hoch, aber Kilometerum Kilometer immer ein paar Prozent Steigung zu radeln ist schon echt hart. Danach ging es durch enge Serpentinen ein bisschen auf und ab nach Orient und kurz dahinter hieß es wieder „freie Fahrt“, was ich erneut voll auskostete. Diese Strecke war allerdings deutlich kurviger und damit nicht ganz so schnell, aber es ging auch nur bergab. War auf jeden Fall ein Riesenspaß. Nach einer zweiten Mittagspause in Biniamar traten wir dann den Rückweg an, auf dem wir dank dem herrlichen Rückenwind nochmal ordentlich Tempo gemacht haben, das Bier am Abend schmeckte natürlich wieder herrlich! Übersicht Freitag:
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„Locker ausrollen ist was anderes!“ hörte ich immer wieder als Kommentar zur Strecke am Samstag. Sonderlich kürzer war die Strecke tatsächlich nicht, aber ich fand das schon ok so, schließlich bin ich ja zum Fahrradfahren da. Schade war allerdings, dass die Tour hauptsächlich entlang von stärker befahrenen Schnellstraßen verlief. Der Berg auf dem Weg nach Artà war dann noch ein letztes mal eine Herausforderung bis es am Nachmittag dann zum Putzen der Räder ging, natürlich erst nach einem Bier, ist doch klar! Leicht wehmütig haben wir dann also die Räder abgegeben und ich bin wenigstens noch einmal in den Hotelpool gehüpft, aber damit war der sportliche Teil unserer Reise endgültig beendet. Danach gab es nur noch nette Gespräche bei reichlich Getränken! Übersicht Samstag:
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Der Rückflugtag war dann ganz entspannt und es hat alles so super geklappt wie auch an allen Tagen zuvor. Insgesamt eine wirklich schöne Reise und ich bin absolut angefixt, ich könnt mich glatt daran gewöhnen so etwas jedes Jahr zu machen! Etwas mehr Laufen hatte ich mir eigentlich vorgenommen, aber passt schon, das kann ich auch hier nachholen, denn jetzt geht’s weiter mit Projekt 70.3, diese Woche war quasi der Auftakt.