70.3: Intervall-Training

Wenn es abends so dunkel und neblig ist, hab ich irgendwie wenig Lust so ganz ewig draußen rumzulaufen, also heißt die logische Konsequenz: Intensität steigern, um das Training zu verkürzen. Nach 10min gemütlichem Einlaufen bin ich dann heute 10mal je 1min schnell und 1min gemütlich gelaufen. Dabei habe ich versucht die schnellen Intervalle auch wirklich schnell zu laufen, deutlich über meinem Wohlfühl-Tempo. Eigenltich hatte ich mir vorgenommen, die letzten beiden schnelle Intervalle volles Mett reinzutreten und alles zu geben, aber ich bin mit dem Zählen irgendwie nicht mehr mitgekommen und hab’s dann irgendwie verpennt. Danach noch gemütlich 10min auslaufen zum runterkommen, alles taco. War spaßig, kurzweilig und trotzdem anstrengend. Ich glaube generell sollte ich solche Intervalle häufiger einbauen, um mein allgemeines Tempo anzuheben, mal schauen, wie das passt.

Seit gestern abend bastele ich an der Saisonplanung 2014. Das Jahr wird pickepacke-voll mit Events, ich freue mich richtig drauf. Ich hoffe, dass ich am Wochenende alles soweit vorbereitet habe, dass ich das online stellen kann. Ich will ohnehin ein zwei Kleinigkeiten am Blog ändern, aber dazu dann mehr am Wochenende (wenn ich dann vom Lauf mit mindestens 20km berichte…).

70.3: Das sind keine 20km….

Boah bin ich aus der Form gekommen. Ich war aber echt faul die letzte Zeit, zumindest was das Training angeht. Egal, heute also in die Schuhe und ab dafür, insgesamt etwas schneller als ich wollte, aber so richtig bremsen konnte ich mich nur auf dem Deich, als mir der Wind ins Gesicht blies. Insgesamt eine schöne Runde, aber nach etwa der Hälfte der Strecke merkte ich schon, dass ich wieder Blasen an den Fußinnenseiten bekomme. So war mir dann auch wurscht, dass am Ende nur 19,2km auf der Uhr standen, denn auf noch einen kleinen Schlenker hatte ich keine Lust, dafür taten dann die Füße zu sehr weh.

Zwischen durch hat mein Telefon wohl irgendwie Mist gemacht, angeblich soll ich die Kilometer 13 und 14 mit 4:19 bzw. 3:43 min/km Pace gelaufen sein. Äh ja neee, is klaar. Ich habe mir aber nochmal die aufgezeichnete Strecke angeschaut und auf den ersten Blick sieht es so aus, als wären die km-Marker auch in etwa einen Kilometer auseinander. Andererseits kommt sowas ja wohl kaum zustande, weil die Uhr falsch lief… Naja, ich weiß es nicht, ist aber auch egal.

Erkenntnisse: So ganz ohne Training geht es eben doch nicht, der Socken macht den Unterschied und ich brauche ein neues Mobiltelefon.

70.3: Gemütlich durch die Dunkelheit

Meine Güte, ist das dunkel draußen, wenn die Sonne untergegangen ist. Gefühlt ist es ja ohnehin nur noch drei Stunden am Tag hell, direkt danach ist es aber auch gleich so, als würde man in einer Höhle stehen. Trotzdem habe ich mich heute Abend mal wieder in die Laufschuhe geschwungen und habe eine kleine gemütliche Runde absolviert. Nichts spannendes, am Ende waren 11km mit einem recht konstanten 6:00er Pace auf der Uhr. Schön war’s aber dennoch, der leichte Nieselregen war ganz angenehm und ich hatte auch die richtige Kleidung gewählt, nicht zu kalt und nicht zu warm.

Die Dunkelheit birgt aber auch Tücken, denn trotz meiner Stirnlampe, mit der ich ein wenig nach Minenschlumpf aussehe, konnte ich nciht immer zweifelsfrei erkennen, wo Weg und wo Wiese war. Auch Autofahrer scheinen mit der Dunkelheit überfordert zu sein, einer fuhr aus seiner Auffahrt auf den Fußweg und schaute mich völlig verdutzt an, zugegeben, mit der hellen Stirnlampe, reflektierenden Streifen in Shirt und Hose und roten Positionslichtern an beiden Oberarmen bin ich natürlich auch schwer zu erkennen… Da hilft nur Kopfschütteln und einen Bogen um das Auto herum laufen.

Mein Zwischenziel, bis Ende Januar jede Woche einen Lauf von mindestens 20km hinzulegen, steht weiterhin. Wo ich den Lauf allerdings diese Woche noch bis Sonntag unterbringe, ist mir selbst gerade noch nicht ganz klar, aber laufen werde ich auf jeden Fall. Gestern habe ich mich auch nochmal mit Marathons im Frühjahr auseinander gesetzt und mich dann gegen den Hamburg-Marathon entschieden. Ich bin nicht so sicher, ob ich Lust habe, mit 15.000 Läufern zu starten. Ich habe mir jetzt den Vivawest-Marathon durch Gelsenkirchen, Essen, Gladbeck und Bottrop angeschaut und werde mich vermutlich dafür anmelden. Die Strecke erscheint mir sehr schön und letztes Jahr waren es wohl etwa 1200 Teilnehmer, das klingt doch schon deutlich angenehmer.

70.3: Trainieren wird völlig überbewertet

Mit den Ergebnissen im Wettkampf wird abgerechnet, nicht mit den Trainingsumfängen. Ich habe ja nun in den letzten Wochen wirklich wenig trainiert, deshalb fuhr ich gestern mit ein klein wenig Bammel nach Essen zum Blumensaatlauf. Vor Ort war aber alles ganz unkompliziert, ich habe mich schnell nachgemeldet und mir dann den Start des 10km-Laufs angesehen. Knapp 700 Starter waren es hier, mehr als ich erwartet hatte.

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Als die Läufer verschwunden waren, bin ich dann zurück zum Auto, um meine Laufsachen anzuziehen, eineinhalb Stunden später war der Halbmarathon-Start. Die Kleidungsfrage war gar nciht so einfach bei den 5-6°C, die herrschten, ich habe mich aber im Endeffekt goldrichtig für leichtes frösteln am Start entschieden, damit mir im Lauf nicht zu warm wird. Beim Start war dann ganz schön Gedränge auf dem schmalen Weg, es waren auch knapp 500 HM-Läufer am Start, es ging dann aber recht locker los, ich hatte mich einigermaßen gut eingereiht und musste auf den ersten Kilometern wenig überholen und drängeln. Ziemlich genau beim ersten Kilometer-Schild flüsterte mir runtastic eine Zeit von 5:13 min/km ins Ohr. Whoops, war wieder ncihts mit langsam loslaufen, also erstmal die Bremse ziehen. Die darauffolgenden drei Kilometer hatten Zeiten um 5:25 min/km, also nciht wirklich viel langsamer, ich wollte eigentlich in Richtung 6:00 loslaufen und kontinuierlich in Richtung 5:00 steigern.

Da ich mich aber sehr wohl fühlte, habe ich beschlossen, das Tempo jetzt einfach zu halten. Einige Meter vor mir lief eine junge Frau mit dunklem Pferdeschwanz, da wollte ich mich reinhängen. Gedacht, getan, Tempo schnell, aber angenehm, alles taco. Etwa zu dieser Zeit kam mir der führende entgegen, schon mit locker 100m Vorsprung, ein Wahnsinnstempo hat der da an den Tag gelegt und sah ganz entspannt aus. Kurz nach dem 5km-Schild kam dann die erste Wende, an der ich den dunklen Pferdeschwanz aus den Augen verlor, blöd, denn das hatte mir durchaus geholfen, das Tempo konstant zu halten. An der Verpflegungsstelle griff nach einem Becher Wasser, welches netterweise handwarm temperiert war, echt angenehm. Kurz darauf merkte ich, wie eine junge Frau sich neben mir einreihte, langsamere überholte, wenn ich daran vorbeizog und versuchte, sich meiner Schrittfrequenz anzupassen.

Beim Kilometerschild 7 sprach sie mich an und fragte, wie schnell wir denn wären. Ich antwortete wahrheitsgemäß „Der letzte Kilometer war 5:11“, was sie sichtlich erfreute. Geschuldet durch das für mich vergleichsweise hohe Tempo war die Unterhaltung etwas schwerfällig, aber wir sprachen immer wieder ein paar Sätze miteinander. Sie erklärte dann, das sei ihr erster Halbmarathon und man hörte deutlich raus, wie sie Bammel vor der Distanz hatte. Nachdem ich von meinem Ziel „deutlich unter zwei Stunden“ erzählte, sagte sie „Ich bleib mal ein bisschen bei dir dran“, was mir ganz recht war, denn unser Tempo war super-konstant.

An der zweiten Wende gab es merkwürdigerweise nur Tee, kein Wasser. Ich wollte keine Experimente eingehen und hab verzichtet. Bei dieser Temperatur hatte ich zwar nicht so sonderlich viel Durst, aber man schwitzt ja trotzdem, ein Becherchen Wasser wäre da schon ganz nett. Etwa als wir Kilometer 12 waren, kam uns der Führende ein letztes Mal entgegen, er sah immer noch entspannt aus, er ist dann mit 1:11:48 ins Ziel gelaufen, der Wahnsinnige! Unser Tempo war zwar nicht ganz so hoch, aber durchaus respektabel und immer noch sehr konstant: zwischen Kilometer 7 und 16 schwankten meine Zeiten zwischen 5:10 und 5:14 min/km. An der letzten Wende kam meine Begleiterin dann etwas besser los und hatte ein paar Meter Vorsprung. Wir hatten vorher schon mal drüber gesprochen, dass wir wenn die Körner reichen sollten, die letzten fünf Kilometer nochmal Gas geben wollten. Am Verpflegungsstand war mir dann jemand voll im Weg, sodass ich nochmal wertvolle Sekunden und Meter verlor, inzwischen trennten uns locker 50m. In meinen Beinen brach Müdigkeit aus, keine Chance, mich da noch ranzukämpfen. Jetzt musste ich also alleine weiter kämpfen und meine Kilometerzeiten sackten auf 5:20 bis 5:27 ab, an sich nicht tragisch, denn ich war immer noch auf Kurs zu einer guten Zeit, aber irgendwie ärgerte mich, dass ich nicht sofort aufgeschlossen habe, gemeinsam mit ihr hätte ich sicher noch eine Schippe drauflegen können.

Den letzten Kilometer habe ich dann wieder etwas schneller abreißen können und so stand 1:52:17 auf der Anzeigetafel, als mein Schuh über die Matte piepte. Da ich beim Start ja ein kleines bisschen brauchte, bis ich über die Startlinie gelaufen bin, ist die Netto-Zeit sogar 1:51:50. Wahnsinn! Mit so wenig Training habe ich mich selbst überrascht! Im Ziel sah ich meine Mitstreiterin dann wieder, die zwei Minuten vor mir angekommen war, sie grinste dann nur auf meine Frage, woher sie die Energie am Ende genommen hatte. Ich habe dann meine Sachen geholt und bin zu Claus gefahren, der freundlicherweise eine warme Dusche und ein leckeres Essen für mich parat hatte, vielen Dank nochmal dafür.

70.3: Passiert da auch was?

Ja, da kündigt der Heavy ganz vollmundig ein neues Projekt an, berichtet stolz von einer Woche Radfahren und dann ist Ruhe. Was da los ist, frag ich mich selbst! Zugegeben, ich war faul, allerding noch deutlich schreibfauler als trainingsfaul. Zwar sind auch nur zweimal Radfahren, drei Läufe und 4 Kraft-Ausdauer-Einheiten im Fitnessstudio dabei rumgekommen, aber immerhin mehr, als bei der Stille im Blog zu erwarten wäre.

Um mich selbst wieder ein bisschen mehr anzutreiben, werde ich künftig wieder etwas mehr schreiben, denn da merke ich immer recht schnell, wenn mein Trainingspensum wieder einbricht. Um zumindest mein Laufpensum einigermaßen abzustecken, habe ich mir vorgenommen in den nächsten zehn Wochen, also bis Ende Januar, jede Woche einen Lauf von mindestens 20km zu absolvieren. Fahrradtraining wird nicht viel dabei sein, vielleicht ein bisschen nach Lust und Laune im Studio oder bei gutem Wetter auf dem Deich. Schwimmen ist nach wie vor ein Problem, ich schaffe es nicht so recht, mich vernünftig aufzuraffen, schon gar nicht allein. Mal sehen, wie ich das angehe.

Ich habe mich jetzt schon mal ein wenig mit dem Abschluss des Projekts 70.3 befasst, denn am Ende wird natürlich ein Wettkampf stehen, genauer gesagt ein Mitteldistanz-Triathlon, also 1,9km Schwimmen, 90km Radfahren und ein Halbmarathon. Wenn ich jetzt so ganz grob überschlage, käme ich auf etwa 5:45 Stunden, also setze ich mir mal 5:30 als Zielzeit, das dürfte irgendwo zwischen realistisch und ambitioniert liegen, vielleicht korrigiere ich das aber nochmal.
Jetzt stellt sich ja aber die Frage: Wo und wann nehme ich am Wettkampf teil? Ich hab mal ein paar Möglichkeiten zusammengetragen. Gerne höre ich dazu Input von euch, denn ich würde mich natürlich wahnsinnig freuen, euch wieder an der Strecke zu sehen.

Mögliche Wettkämpfe, an denen ich gerne teilnehmen würde:
Ironman 70.3 Wiesbaden, 10. August 2014

Pro: Riesen-Event, Europameisterschaft
Contra: Sehr weite Anreise, Datum*

Nordseeman Wilhelmshaven, 10. August 2014

Pro: „Günstig“, kurze Anreise
Contra: Kleines Event, Datum*

Cologne226 Half (Köln), 7. September

Pro: Mehr Zeit zur Vorbereitung, Großes Event
Contra: Recht weite Anreise

Ironman 70.3 Rügen, 14. September 2014

Pro: Mehr Zeit zur Vorbereitung
Neutral: Neues Event, vermutlich aber recht groß
Contra: Recht weite Anreise

* – Am 10. August findet auch der City-Triathlon Bremen statt, bei dem ich gerne die olympische Distanz als Vorbereitung mitmachen würde.

Wettkämpfe, die ich mir nochmal genauer ansehen muss:
BERLIN TRIATHLON XL – 3. August
Half ICAN Nordhausen – 24. August

Wettkämpfe, die zu 99% nicht in Frage kommen:
Challenge Half Kraichgau – zu früh (15 Juni)
Ironman 70.3 Berlin – recht früh (20. Juli)
Green Hell Triathlon – Weite Anreise, heftige Radstrecke, unkonventionelle Distanz, aber eigentlich reizvoll
Challenge Half Mallorca – recht spät (18 Oktober), weite, komplizierte Anreise

M13: Fotos vom swb-Marathon

Wie versprochen kommt hier der letzte Beitrag in M13. Es war mir ein Fest, schön, dass ihr alle da wart. Hat wahnsinnig Spaß gemacht und ich habe mich immer wahnsinnig gefreut, wenn ich euch an der Strecke gesehen habe. Un nu, Bilder:

Kurz vor dem Start:
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Meine Eltern am Herzogenkamp:
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Dieses Riesenlogo war in der Überseestadt zu finden, ledier hat die Laufstrecke kurz vorher einen Knick gemacht:
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An der Schlachte sehe ich schon deutlich angeschlagen aus:
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Direkt hinter der Ziellinie:
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Halbmarathonläufer dürfen zuerst:
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Heavy-Team:
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84 Sekunden:
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Schön Bierchen:
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Bei Davengo sind inzwischen 4 Videos online. Insbesondere der Zieleinlauf mit Heavy-Rufen ist cool, im Weserstadion sehe ich ganz schön mitgenommen aus…

M13: 9. swb-Marathon

Eins gleich vorab: ich hab verkackt! Knapp, aber verkackt…

Aber von vorn: Bereits 20 Minuten vor meinem Wecker bin ich aufgewacht und war echt fit. Ich hatte erstaunlich gut geschlafen, obwohl ich mich tags zuvor noch wie ein Schnitzel auf den Marathon gefreut habe. Meine Bahn hatte 3min Verspätung, ich glaube wenn es noch 2min mehr gewesen wären, hätte ich doch das Auto genommen, denn die nächste Bahn (Halbstundentakt) hätte nicht mehr gepasst, da ging der Puls schon das erste mal hoch. Am Bahnhof bin ich schnell in einen Bus umgestiegen, der dann aber von einem Polizisten am Wall gestoppt wurde. Während Fahrer und Ordnungshüter diskutiert haben, hab ich mich durch die offene Tür aus dem Staub gemacht.

Auf dem Marktplatz war bereits die Hölle los, ich habe auch noch ein paar bekannte Läufer gegrüßt und ihnen alles Gute gewünscht, dann entdeckte ich die große Heavy-Flagge vor der Bürgerschaft. Mein Team – also zumindest ein Teil davon – war bereits da. Ich war überglücklich bereits hier die Unterstützung genießen zu dürfen. Danach ging alles ziemlich schnell, pünktlich um 9:45 Uhr wurde gestartet, aus meinem Startblock habe ich nur etwa 1:20min bis zur Startlinie gebraucht, schneller Start also. Auf der Obern- und Martinistraße war dann ganz schön Gedrängel, hunderte Läufer versuchten ihr Tempo zu finden, viele langsame hatten sich offenbar viel zu weit vorne eingereiht. So ist dann gleich zu Anfnag das passiert, was nciht passieren sollte: ich habe eine Läuferin mit dem linken Oberarm gestreift, wo meine Gels in der Handy-Halterung klemmten. Das leise „Platsch“ hinter mir nahm ich leicht genervt wahr, blind fühlte ich nach: 4 Gels waren noch da, ich hatte nur eines verloren, Glück im Unglück.

Auf den ersten Kilometern merkte ich dann direkt, dass ich zu schnell war, ich hatte mich von der Menge mitreißen lassen. Trotz meiner Bemühungen das Tempo zu drosseln und es etwas ruhiger angehen zu lassen, las die nette runtastic-Stimme mir Kilometerzeiten zwischen 5:15 und 5:30 min vor. Dieses Tempo wollte ich eigentlich erst 10km später haben. Da ich mich mit dem Tempo wohlfühlte, habe ich dann einfach laufen lassen, nicht zu viel denken, Körper macht das schon. Und es lief auch tatsächlich gut, die Zeiten waren jetzt konstanter um die 5:25 bis 5:30, eigentlich ideal.

Am Werdersee standen dann meine Kollegen am Streckenrand, da habe ich mich wahnsinnig drüber gefreut. Ging natürlich alles ganz schön schnell, aber gerade diese Stimmungsnester verleihen einem als Läufer nochmal einen Extra-Schub nach vorn. Apropos Stimmungsnester: die Bremer haben sich ganz gut ins Zeug gelegt, viele Anwohner haben echt dafür gesorgt, dass an der Strecke was los war, ganz toll. Ein älterer Herr stand ganz allen neben einer Bank auf dem Deich am Werdersee, auf der Bank ein CD-Player mit lauter Stimmungsmusik, tolle Idee, sowas muntert auf. Etwa auf dieser Höhe lief ich neben einem Herrn im 100-Marathon-Club-Shirt, der gerade von einem anderen Läufer gefragt wurde, sein wievielter Marathon das sei, „Wenn gut läuft, wird das hier die 292“ war die Antwort. Ich bin fast über meine heruntergefallene Kinnlade gestolpert: Zweihundertzweiundneunzig? Alter Schawutzki, allein wieviel Zeit dabei ins Land geht…

In Habenhausen war auch gute Stimmung, in jedem dritten Vorgarten waren kleinere Menschenansammlungen und feierten die Läufer bei Bier, Musik und lautem Jubel. Eine kleine Kreuzung wurde von einer einzelnen Polizistin bewacht, die lächelte und durchgehend klatschte, schön da so viel Enthusiasmus zu sehen. Das Feld hatte sich hier dann etwas gelichtet, somit war das Weserwehr einigermaßen gut zu überqueren, hier ist es nämlich ganz schön eng. Kurz darauf habe ich mein erstes Gel verdrückt, was super funktioniert hat, die High-5-Gels sind echt klasse, die gehen auch ohne nachspülen super runter. Ab hier hatte ich mir dann vorgenommen, alle 5km ein Gel einzuwerfen, das verlorene würde ich später ersetzen können. Ich hatte hier immer wieder unterschiedliche Läufer mit denen ich gelaufen bin und an denen ich mich orientiert habe, denn spätestens an den Verpflegungsstellen bin ich meinen Mitstreitern davon gezogen, denn ich wollte da partout nicht langsamer werden, sondern im Rhythmus bleiben.

Die Strecke bis zum Rhododendron-Park war bis auf die Unterführung Kurfürstenalle, in der ein DJ stand, recht unspektaktulär. Direkt vor dem Rhodo-Park wurde dann die Halbmarathon-Zwischenzeit genommen: bei 1:55:34 bin ich über die Schwelle gelaufen. Wenn man dort nun noch die 1:20min vom Start abrechnet, war ich 5 Minuten schneller als berechnet auf der ersten Hälfte unterwegs. Am Herzogenkamp war dann wieder richtig was los, da standen echt viele Zuschauer in der Kurve, unter anderem meine Eltern, die die weiße Heavy-Flagge hochielten. Richtig klasse! Hier habe ich dann meine Gel-Versorgung aufgestockt, für alle Fälle hatte ich meine Eltern nämlich Ersatz-Gels gegeben, sollte ich mehr benötigen, als ich dabei hatte und tragen konnte. Die langgezogene Steigung den Herzogenkamp herauf war erstaunlich leicht zu bewältigen, erste Müdigkeitserscheinungen kamen dann im Bürgerpark. Hier hatte sich der Halbmarathon zu uns gesellt. Eigentlich ganz nett, dadurch ist man halt „weniger allein“ auf der Strecke, andererseits wird es an einigen Stellen anstrengend, weil es ganz schön eng wird mit all den Läufern, von denen viele auch ein geringeres Tempo laufen und mir – sorry, klingt jetzt fieser als es gemeint ist – im Weg stehen.

Etwa um Kilometer 28 herum, zwischen Bürgerpark und Weidedamm meldete sich dann erwartungsgemäß mein linkes Hüftgelenk. Nicht sonderlich schlimm, aber ich konnte es sofort an den Kilometerzahlen ablesen, die sofort in Richtung 6:10 min/km abdrifteten. Egal, noch war ich voll im Trend und jedes Stimmungsnest am Streckenrand schob mich weiter nach vorn. Am Versorgungsstand in Findorff standen mir viele Halbmarathon-Läufer im Weg, die zum Wasser holen anhielten, ein Helfer sah das und streckte einen Becher über den Kopf einer Läuferin, um ihn mir zu reichen. Sie griff allerdings auch danach, also entschuldigte ich mich und riss ihr den Becher aus der Hand und lief weiter. Bisschen blöde Situation, ging aber nicht anders. In der Überseestadt merkte ich dann deutlich die Erschöpfung in den Beinen, mein Tempo brach immer wieder kurz ein, somit beschloss ich auf ein Gel alle 4km umzustellen, in der Hoffnung, mein Stoffwechsel würde noch schnell genug arbeiten.

Als es runter an die Schlachte ging war ich ziemlich entkräftet und meine rechte Wade war kurz davor, zuzumachen. Beißen, nachdenken, rechnen, noch 8km, laufen. Jeder Schritt fühlte sich hier wie ein Erdbeben in meinem Körper an, bis ich mit einem Mal hoch oben über den Zuschauern ein schwarze Flagge mit blauem Havy-T-Logo sah. Wie geil ist das denn, die sind runter an die Schlachte gekommen! Und zwar alle, denn ich konnte nicht nur mein Team, sondern auch meine Kollegen sehen. Das war gut, das hat richtig Kraft gegeben und ich habe nochmal alle Kräfte mobilisiert und bin weiter gelaufen. Auf dem Weg zum Weserstadion war dann wieder ein Zickzackkurs zwischen gehenden, langsameren und schnelleren Läufern angesagt, super anstrengen nach 37km. Danach ging es ins Stadion, nahezu jeder Läufer wurde einzeln angekündigt und angefeuert, dabei wurde das Bild auf der Anzeigetafel gezeigt.

Direkt hinter dem Stadion ist es dann passiert, am Versorgungsstand musste ich ein paar blöde Schritte machen, um auszuweichen, und zack, war ich raus und bin gegangen. Mist mist mist, genau das wollte ich doch vermeiden. Keine 25 Meter weiter bin ich also wieder in den Laufschritt, und das tat weh. Damit nicht genug, denn die Strecke führt oben auf dem Osterdeich weiter, also sind über diese Auffahrt vor dem Stadion ein paar Höhenmeter zu überwinden. Meine Beine waren kurz vorm platzen und das spürte ich dann einen guten Kilometer später nochmal ganz deutlich, es tat alles weh und ich bin wieder ins Gehen verfallen, diesmal bestimmt 200 Meter weit. Dann hörte ich hinter mir Stimmen und ich ahnte schon, wer da kommen würde: der 4-Stunden Pacemaker, denn ich schon am Werdersee kennengelernt hatte. Also schnell die Beine unter die Arme geklemmt, Zähne zusammengebissen, Schmerzen verdrängt und eingereiht. Er unterhielt isch locker mit seinem Nebenmann und aus dem Gespräch konnte ich schließen, dass er etwas zu schnell war. „Hast du etwas Luft, oder wird’s knapp mit 4 Stunden?“ schnaufte ich. Er antwortete, dass er wohl den letzten Kilometer gehen müsse, um nicht zu früh da zu sein, was mich etwas aufmunterte, denn das Tempo konnte ich bei besten Willen nicht halten. Bereits Sekunden nach diesem Gespräch war er bereits einige Meter vor mir und mit jedem Schritt entfernte er sich weiter.

Etwa auf Höhe des Theaterschiffs musste ich nochmal ein Stück gehen, auf diesem Teilstück hätte ich mehr Unterstützung vom Streckenrand gebraucht, aber da hier eine Spur sogar für den Autoverkehr frei war, war hier wenig bis nichts los. Erst in der Martinistraße, nachdem ich die Unterführung passiert hatte, wurden die Zuschauer mehr und die Stimmung lauter. Als ich durch die Kleine Wallfahrt auf die Obernstraße abgebogen bin, klopfte mir Mary, Fraukes Laufpartnerin auf den Arm, Frauke war direkt daneben, ich grüßte nur und lief weiter, denn jetzt hatten sich irgendwoher wieder Kräfte zusammengesammelt. Ganz kurz hatte ich überlegt, runterzufahren und mit den beiden gemeinsam ins Ziel zu laufen, witzigerweise hatte ich morgens Frauke geschrieben „wir sehen uns im Ziel, müsste ja etwa zu gleichen Zeit ankommen“. Dass es aber exakt zur gleichen Zeit sein würde, hatte ich nicht gedacht.

Die Obernstraße war gesäumt von Zuschauern, die lautstark das letzte aus den Athleten rausholten. In meinem Tunnelblick sah ich die Flagge vor P&C, genau wie vereinbart. Als ich aber an der Flagge ankam, stand da nicht wie erwartet Matze, sondern mein Kollege Toddi, der mich anbrüllte. Also nahm ich die Flagge, und rannte mit aller Kraft die letzten vielleicht 200m zur Ziellinie, wo ich am Rand schon mein Team und meine Eltern hörte und dann auch entdeckte. Auf den letzten Metern vor dem Ziel sah ich aber schon etwas verschwommenes, dass mir gar nicht gefiel: 4:02:xx stand da auf der Uhr, wenn ich davon meine 1:20 abziehe, sind das immer noch über vier Stunden. Ganz kurz nach mir kamen dann Frauke und Mary ins Ziel, denen ich noch schnell gratulierte. Dann sprach ich eine Frau, ob sie mir mal schnell über den Zaun helfen könnte, ich wollte zu meinem Team. Und da waren dann wirklich alle da, ich hab mich gefreut wie ein Schnitzel, meine Zeit war in dem Moment erstmal egal.

Im Zielbereich habe ich dann noch ein bisschen alkoholfreies Weizen genossen und mit dem Team über das erlebte gesprochen, erstaunlicherweise ging es mir hier verdammt gut. Klar die Beine waren schwer, aber ich konnte ohne Hilfe gehen und stehen, nur aufstehen, nachdem ich mich hingesetzt hatte, das hab ich nicht allein geschafft. Mit dem ganz harten Kern bin ich danach dann noch essen gegangen, wobei ich dann auch merken musste, dass die Erschöpfung größer war als der Appetit, so wirklich viel habe ich gar nicht rein bekommen, schön war’s trotzdem. Danke nochmal an alle, die dabei waren.

Ein ganz großes Dankeschön an alle Team-Mitglieder, an alle, die mich unterstützt haben, an meine Eltern, meine Freunde, meine Kollegen. Großen Dank auch allen Helfern an der Strecke und drumherum, und danke auch die Orga, der swb-Marathon hat mir unglaublich Spaß gemacht und es wird sicher nicht mein letzter gewesen sein.

So jetzt aber nochmal harte Zahlen:
Nettozeit: 04:01:23
Bruttozeit: 04:02:31
HM-Zwischenzeit: 01:55:34
Mit der Bruttozeit bin ich 478er in der Gesamtwertung und 45er in meiner Altersklasse, insgesamt sind 890 Läufer ins Ziel gekommen, 67 in meiner Altersklasse.

Wenn ich richtig geschaut habe, ist der 4-Stunden Pacemaker bei 3:55:22 brutto ins Ziel, wie ich auf den letzen 2,5km ganze 7 Minuten gegenüber ihm verloren habe, ist mir aber ein Rätsel. 84 Sekunden fehlen mir zu meinem persönlich Ziel unter 4 Stunden zu bleiben, das wären 2 Sekunden auf jedem einzelnen Kilometer, die ich hätte schneller sein müssen. Oder einfach am Ende nicht einbrechen. Egal, zufrieden bin ich trotzdem.

Es wird noch einen weiteren Eintrag mit Fotos in M13 geben, danach ist M13 endgültig abgeschlossen und Projekt 70.3 beginnt.

M13: Morgen geht’s los

Gestern konnte ich mich nicht dazu durchringen noch einmal schwimmen zu gehen, wäre vielleicht gut gewesen, aber was soll’s. Heute früh habe ich dann ein letztes Mal meine Muskeln gelockert: 5km in Marathon-Tempo, danach knapp 2km lockeres traben. Meine Beine fühlten sich wieder etwas schwer an, merkwürdig, letzte Woche fühlte ich mich deutlich fitter. Jetzt, also direkt nach dem Laufen, fühle ich mich allerdings auch schon wieder deutlich besser. Vielleicht war es wirklich nur Müdigkeit, ich werde heute auf jeden Fall früh schlafen gehen.

Ich möchte jetzt noch einmal auf das letzte Jahr zurückblicken, denn Projekt M13 hat mir in dieser Zeit echt viel bedeutet. Ich glaube auch, dass es mir persönlich ganz schön viel gebracht hat, ganz abgesehen vom sportlichen. Anders als in meiner Marathon-Vorbereitung vor 7 Jahren habe ich diesmal alles allein durchgezogen, ohne Trainer, ohne Trainingspartner. Wenn ich nicht ständig meine Erlebnisse, meinen Frust und meine Euphorie hier hätte niederschreiben können, immer mit dem Wissen, dass das auch tatsächlich jemand liest, dann hätte ich wohl irgendwann aufgegeben. Ohne euch wär ich also heute nicht so weit, und dafür möchte ich jedem, der das hier liest schon einmal danken. Ihr seid das beste Team, das ich mir wünschen kann!

Ich habe in den letzten 12 Monaten aber auch ganz schön trainiert, insgesamt bin ich rund 1050km gelaufen und 1150km mit dem Rad gefahren. Das sind zumindest die Daten, die bei runtastic stehen, ein paar Einheiten sind da nicht dabei. Das hätte noch deutlich mehr sein können, aber ich war mehrfach zu faul, um wirklich zu trainieren und der Bruch meines Mittelhandknochens hat mich auch etwas zurückgeworfen. Trotzdem: ich bin zufrieden und fest überzeugt, dass mein Training für morgen ausreicht.

Ich freue mich auf morgen, auch wenn ich ein wenig Angst vor dem Mann mit dem Hammer und der Vierstundenmarke habe. Übrigens, falls mich jemand sucht: ich bin der mit der 712 auf der Brust und dem Heavy-T-Logo auf dem Rücken.
Liebe Startnummern 963, 841 und 3626: Euch (und natürlich allen anderen Läufern) wünsche ich viel Spaß, viel Erfolg und bitte bleibt verletzungsfrei!
Allen Zuschauern wünsche ich eben soviel Spaß, bitte unterstützt jeden Läufer, ich freu mich auf euch!

M13: Noch drei Tage

Seit gestern habe ich Urlaub! eigentlich wollte ich auch schon gestern gelaufen sein, aber ich war einfach zu müde. Heute Nacht habe ich mich also mal so richtig ausgeschlafen, trotzdem war ich morgens nicht wirklich gut erholt. Trotzdem habe ich mich gezwungen zu laufen, schön gemütlich 11km. Naja, schneller wäre auch kaum drin gewesen, erst ganz am Ende habe ich überhaupt zu Form gefunden, anfangs dachte ich mir hätte jemand Blei an die Beine gebunden. Ich werde bis Sonntag also noch eine ganze Menge essen und schlafen müssen, das sind sicher die zwei wichtigsten Aktivitäten für die nächsten Tage. Einen Mini-Lauf und einmal Schwimmen will ich aber versuchen mit in die Tagesplanung einzubauen.

Für Sonntag werde ich auch nochmal über die Kleidungsfrage grübeln müssen. Ich dachte eigentlich, ein Kompressionsshirt mit dem Heavy-T-Shirt drüber wäre super, aber heute war der Wind teilweise echt biestig. Ich habe andererseits wenig Lust mit langen Ärmeln zu laufen. Hüftabwärts ist es da einfacher, Lauftights und Kompressionsstrümpfe. Der Sonnenschein draußen ist da echt trügerisch, wenn man davon etwas abbekommt ist es super angenehm warm, aber wehe im Schatten erwischt dich eine Windböe, dann hast du echt das Gefühl, dein verschwitztes Shirt friert gleich am Körper fest… Abwarten, wie sich das Wetter bis Sonntag entwickelt, wird wohl das beste sein.

M13: 18km entspannen

Das ist ja echt nochmal schön draußen! Der Wind ist zwar etwas kälter, aber der Sonnenschein ist wirklich traumhaft. Und so habe ich mich dazu entschlossen, heute noch einmal ein etwas längeres Training, dafür aber ganz gemütlich anzugehen. Dabei sind dann knapp 18km durch die Wümmeniederungen herausgekommen. Ganz gemütlich mit einem Tempo bei etwa 6:25 min/km. Ab etwa der Hälfte hat meine rechte Ferse etwas gepiekst, aber das war dann auch nur halb so schlimm. Nach etwas mehr als 15km hat sich aber mein Telefon und damit auch die Aufzeichnug in runtastic verabschiedet, da steckte heute Nacht das Ladekabel wohl nicht richtig drin. Egal, das Laufen war richtig schön entspannend und ich habe die frische Luft und den Sonnenschein wirklich genossen.

Sieben Nächte noch! Ich bin richtig heiß!