M13: 9. swb-Marathon

Eins gleich vorab: ich hab verkackt! Knapp, aber verkackt…

Aber von vorn: Bereits 20 Minuten vor meinem Wecker bin ich aufgewacht und war echt fit. Ich hatte erstaunlich gut geschlafen, obwohl ich mich tags zuvor noch wie ein Schnitzel auf den Marathon gefreut habe. Meine Bahn hatte 3min Verspätung, ich glaube wenn es noch 2min mehr gewesen wären, hätte ich doch das Auto genommen, denn die nächste Bahn (Halbstundentakt) hätte nicht mehr gepasst, da ging der Puls schon das erste mal hoch. Am Bahnhof bin ich schnell in einen Bus umgestiegen, der dann aber von einem Polizisten am Wall gestoppt wurde. Während Fahrer und Ordnungshüter diskutiert haben, hab ich mich durch die offene Tür aus dem Staub gemacht.

Auf dem Marktplatz war bereits die Hölle los, ich habe auch noch ein paar bekannte Läufer gegrüßt und ihnen alles Gute gewünscht, dann entdeckte ich die große Heavy-Flagge vor der Bürgerschaft. Mein Team – also zumindest ein Teil davon – war bereits da. Ich war überglücklich bereits hier die Unterstützung genießen zu dürfen. Danach ging alles ziemlich schnell, pünktlich um 9:45 Uhr wurde gestartet, aus meinem Startblock habe ich nur etwa 1:20min bis zur Startlinie gebraucht, schneller Start also. Auf der Obern- und Martinistraße war dann ganz schön Gedrängel, hunderte Läufer versuchten ihr Tempo zu finden, viele langsame hatten sich offenbar viel zu weit vorne eingereiht. So ist dann gleich zu Anfnag das passiert, was nciht passieren sollte: ich habe eine Läuferin mit dem linken Oberarm gestreift, wo meine Gels in der Handy-Halterung klemmten. Das leise „Platsch“ hinter mir nahm ich leicht genervt wahr, blind fühlte ich nach: 4 Gels waren noch da, ich hatte nur eines verloren, Glück im Unglück.

Auf den ersten Kilometern merkte ich dann direkt, dass ich zu schnell war, ich hatte mich von der Menge mitreißen lassen. Trotz meiner Bemühungen das Tempo zu drosseln und es etwas ruhiger angehen zu lassen, las die nette runtastic-Stimme mir Kilometerzeiten zwischen 5:15 und 5:30 min vor. Dieses Tempo wollte ich eigentlich erst 10km später haben. Da ich mich mit dem Tempo wohlfühlte, habe ich dann einfach laufen lassen, nicht zu viel denken, Körper macht das schon. Und es lief auch tatsächlich gut, die Zeiten waren jetzt konstanter um die 5:25 bis 5:30, eigentlich ideal.

Am Werdersee standen dann meine Kollegen am Streckenrand, da habe ich mich wahnsinnig drüber gefreut. Ging natürlich alles ganz schön schnell, aber gerade diese Stimmungsnester verleihen einem als Läufer nochmal einen Extra-Schub nach vorn. Apropos Stimmungsnester: die Bremer haben sich ganz gut ins Zeug gelegt, viele Anwohner haben echt dafür gesorgt, dass an der Strecke was los war, ganz toll. Ein älterer Herr stand ganz allen neben einer Bank auf dem Deich am Werdersee, auf der Bank ein CD-Player mit lauter Stimmungsmusik, tolle Idee, sowas muntert auf. Etwa auf dieser Höhe lief ich neben einem Herrn im 100-Marathon-Club-Shirt, der gerade von einem anderen Läufer gefragt wurde, sein wievielter Marathon das sei, „Wenn gut läuft, wird das hier die 292“ war die Antwort. Ich bin fast über meine heruntergefallene Kinnlade gestolpert: Zweihundertzweiundneunzig? Alter Schawutzki, allein wieviel Zeit dabei ins Land geht…

In Habenhausen war auch gute Stimmung, in jedem dritten Vorgarten waren kleinere Menschenansammlungen und feierten die Läufer bei Bier, Musik und lautem Jubel. Eine kleine Kreuzung wurde von einer einzelnen Polizistin bewacht, die lächelte und durchgehend klatschte, schön da so viel Enthusiasmus zu sehen. Das Feld hatte sich hier dann etwas gelichtet, somit war das Weserwehr einigermaßen gut zu überqueren, hier ist es nämlich ganz schön eng. Kurz darauf habe ich mein erstes Gel verdrückt, was super funktioniert hat, die High-5-Gels sind echt klasse, die gehen auch ohne nachspülen super runter. Ab hier hatte ich mir dann vorgenommen, alle 5km ein Gel einzuwerfen, das verlorene würde ich später ersetzen können. Ich hatte hier immer wieder unterschiedliche Läufer mit denen ich gelaufen bin und an denen ich mich orientiert habe, denn spätestens an den Verpflegungsstellen bin ich meinen Mitstreitern davon gezogen, denn ich wollte da partout nicht langsamer werden, sondern im Rhythmus bleiben.

Die Strecke bis zum Rhododendron-Park war bis auf die Unterführung Kurfürstenalle, in der ein DJ stand, recht unspektaktulär. Direkt vor dem Rhodo-Park wurde dann die Halbmarathon-Zwischenzeit genommen: bei 1:55:34 bin ich über die Schwelle gelaufen. Wenn man dort nun noch die 1:20min vom Start abrechnet, war ich 5 Minuten schneller als berechnet auf der ersten Hälfte unterwegs. Am Herzogenkamp war dann wieder richtig was los, da standen echt viele Zuschauer in der Kurve, unter anderem meine Eltern, die die weiße Heavy-Flagge hochielten. Richtig klasse! Hier habe ich dann meine Gel-Versorgung aufgestockt, für alle Fälle hatte ich meine Eltern nämlich Ersatz-Gels gegeben, sollte ich mehr benötigen, als ich dabei hatte und tragen konnte. Die langgezogene Steigung den Herzogenkamp herauf war erstaunlich leicht zu bewältigen, erste Müdigkeitserscheinungen kamen dann im Bürgerpark. Hier hatte sich der Halbmarathon zu uns gesellt. Eigentlich ganz nett, dadurch ist man halt „weniger allein“ auf der Strecke, andererseits wird es an einigen Stellen anstrengend, weil es ganz schön eng wird mit all den Läufern, von denen viele auch ein geringeres Tempo laufen und mir – sorry, klingt jetzt fieser als es gemeint ist – im Weg stehen.

Etwa um Kilometer 28 herum, zwischen Bürgerpark und Weidedamm meldete sich dann erwartungsgemäß mein linkes Hüftgelenk. Nicht sonderlich schlimm, aber ich konnte es sofort an den Kilometerzahlen ablesen, die sofort in Richtung 6:10 min/km abdrifteten. Egal, noch war ich voll im Trend und jedes Stimmungsnest am Streckenrand schob mich weiter nach vorn. Am Versorgungsstand in Findorff standen mir viele Halbmarathon-Läufer im Weg, die zum Wasser holen anhielten, ein Helfer sah das und streckte einen Becher über den Kopf einer Läuferin, um ihn mir zu reichen. Sie griff allerdings auch danach, also entschuldigte ich mich und riss ihr den Becher aus der Hand und lief weiter. Bisschen blöde Situation, ging aber nicht anders. In der Überseestadt merkte ich dann deutlich die Erschöpfung in den Beinen, mein Tempo brach immer wieder kurz ein, somit beschloss ich auf ein Gel alle 4km umzustellen, in der Hoffnung, mein Stoffwechsel würde noch schnell genug arbeiten.

Als es runter an die Schlachte ging war ich ziemlich entkräftet und meine rechte Wade war kurz davor, zuzumachen. Beißen, nachdenken, rechnen, noch 8km, laufen. Jeder Schritt fühlte sich hier wie ein Erdbeben in meinem Körper an, bis ich mit einem Mal hoch oben über den Zuschauern ein schwarze Flagge mit blauem Havy-T-Logo sah. Wie geil ist das denn, die sind runter an die Schlachte gekommen! Und zwar alle, denn ich konnte nicht nur mein Team, sondern auch meine Kollegen sehen. Das war gut, das hat richtig Kraft gegeben und ich habe nochmal alle Kräfte mobilisiert und bin weiter gelaufen. Auf dem Weg zum Weserstadion war dann wieder ein Zickzackkurs zwischen gehenden, langsameren und schnelleren Läufern angesagt, super anstrengen nach 37km. Danach ging es ins Stadion, nahezu jeder Läufer wurde einzeln angekündigt und angefeuert, dabei wurde das Bild auf der Anzeigetafel gezeigt.

Direkt hinter dem Stadion ist es dann passiert, am Versorgungsstand musste ich ein paar blöde Schritte machen, um auszuweichen, und zack, war ich raus und bin gegangen. Mist mist mist, genau das wollte ich doch vermeiden. Keine 25 Meter weiter bin ich also wieder in den Laufschritt, und das tat weh. Damit nicht genug, denn die Strecke führt oben auf dem Osterdeich weiter, also sind über diese Auffahrt vor dem Stadion ein paar Höhenmeter zu überwinden. Meine Beine waren kurz vorm platzen und das spürte ich dann einen guten Kilometer später nochmal ganz deutlich, es tat alles weh und ich bin wieder ins Gehen verfallen, diesmal bestimmt 200 Meter weit. Dann hörte ich hinter mir Stimmen und ich ahnte schon, wer da kommen würde: der 4-Stunden Pacemaker, denn ich schon am Werdersee kennengelernt hatte. Also schnell die Beine unter die Arme geklemmt, Zähne zusammengebissen, Schmerzen verdrängt und eingereiht. Er unterhielt isch locker mit seinem Nebenmann und aus dem Gespräch konnte ich schließen, dass er etwas zu schnell war. „Hast du etwas Luft, oder wird’s knapp mit 4 Stunden?“ schnaufte ich. Er antwortete, dass er wohl den letzten Kilometer gehen müsse, um nicht zu früh da zu sein, was mich etwas aufmunterte, denn das Tempo konnte ich bei besten Willen nicht halten. Bereits Sekunden nach diesem Gespräch war er bereits einige Meter vor mir und mit jedem Schritt entfernte er sich weiter.

Etwa auf Höhe des Theaterschiffs musste ich nochmal ein Stück gehen, auf diesem Teilstück hätte ich mehr Unterstützung vom Streckenrand gebraucht, aber da hier eine Spur sogar für den Autoverkehr frei war, war hier wenig bis nichts los. Erst in der Martinistraße, nachdem ich die Unterführung passiert hatte, wurden die Zuschauer mehr und die Stimmung lauter. Als ich durch die Kleine Wallfahrt auf die Obernstraße abgebogen bin, klopfte mir Mary, Fraukes Laufpartnerin auf den Arm, Frauke war direkt daneben, ich grüßte nur und lief weiter, denn jetzt hatten sich irgendwoher wieder Kräfte zusammengesammelt. Ganz kurz hatte ich überlegt, runterzufahren und mit den beiden gemeinsam ins Ziel zu laufen, witzigerweise hatte ich morgens Frauke geschrieben „wir sehen uns im Ziel, müsste ja etwa zu gleichen Zeit ankommen“. Dass es aber exakt zur gleichen Zeit sein würde, hatte ich nicht gedacht.

Die Obernstraße war gesäumt von Zuschauern, die lautstark das letzte aus den Athleten rausholten. In meinem Tunnelblick sah ich die Flagge vor P&C, genau wie vereinbart. Als ich aber an der Flagge ankam, stand da nicht wie erwartet Matze, sondern mein Kollege Toddi, der mich anbrüllte. Also nahm ich die Flagge, und rannte mit aller Kraft die letzten vielleicht 200m zur Ziellinie, wo ich am Rand schon mein Team und meine Eltern hörte und dann auch entdeckte. Auf den letzten Metern vor dem Ziel sah ich aber schon etwas verschwommenes, dass mir gar nicht gefiel: 4:02:xx stand da auf der Uhr, wenn ich davon meine 1:20 abziehe, sind das immer noch über vier Stunden. Ganz kurz nach mir kamen dann Frauke und Mary ins Ziel, denen ich noch schnell gratulierte. Dann sprach ich eine Frau, ob sie mir mal schnell über den Zaun helfen könnte, ich wollte zu meinem Team. Und da waren dann wirklich alle da, ich hab mich gefreut wie ein Schnitzel, meine Zeit war in dem Moment erstmal egal.

Im Zielbereich habe ich dann noch ein bisschen alkoholfreies Weizen genossen und mit dem Team über das erlebte gesprochen, erstaunlicherweise ging es mir hier verdammt gut. Klar die Beine waren schwer, aber ich konnte ohne Hilfe gehen und stehen, nur aufstehen, nachdem ich mich hingesetzt hatte, das hab ich nicht allein geschafft. Mit dem ganz harten Kern bin ich danach dann noch essen gegangen, wobei ich dann auch merken musste, dass die Erschöpfung größer war als der Appetit, so wirklich viel habe ich gar nicht rein bekommen, schön war’s trotzdem. Danke nochmal an alle, die dabei waren.

Ein ganz großes Dankeschön an alle Team-Mitglieder, an alle, die mich unterstützt haben, an meine Eltern, meine Freunde, meine Kollegen. Großen Dank auch allen Helfern an der Strecke und drumherum, und danke auch die Orga, der swb-Marathon hat mir unglaublich Spaß gemacht und es wird sicher nicht mein letzter gewesen sein.

So jetzt aber nochmal harte Zahlen:
Nettozeit: 04:01:23
Bruttozeit: 04:02:31
HM-Zwischenzeit: 01:55:34
Mit der Bruttozeit bin ich 478er in der Gesamtwertung und 45er in meiner Altersklasse, insgesamt sind 890 Läufer ins Ziel gekommen, 67 in meiner Altersklasse.

Wenn ich richtig geschaut habe, ist der 4-Stunden Pacemaker bei 3:55:22 brutto ins Ziel, wie ich auf den letzen 2,5km ganze 7 Minuten gegenüber ihm verloren habe, ist mir aber ein Rätsel. 84 Sekunden fehlen mir zu meinem persönlich Ziel unter 4 Stunden zu bleiben, das wären 2 Sekunden auf jedem einzelnen Kilometer, die ich hätte schneller sein müssen. Oder einfach am Ende nicht einbrechen. Egal, zufrieden bin ich trotzdem.

Es wird noch einen weiteren Eintrag mit Fotos in M13 geben, danach ist M13 endgültig abgeschlossen und Projekt 70.3 beginnt.

M13: 5. Nehlsen-Triathlon

Sonntag früh, blauer Himmel, Sonnernschein, gibt’s was schöneres? Ich bin dann heute früh ab nach Grambke, hab meine Startunterlagen abgeholt und mein Rad eingecheckt, hab meine Schuhe am Rad vorbereitet und mich schon ein bisschen eingestimmt. Matze hat mir kurzfristig noch mit einem improvisierten Startnummernband geholfen, da ich bei SportZiel einfach mal Mist mitgenommen habe und mein altes irgendwie versollen ist. Hat aber super funktioniert, danke! Die obligatorische Wettkampfbesprechung fand nciht wie geplant 20min vor dem Start, sondern 2min vor dem Start statt, durch die Anzahl der Teilnehmer und die Abwesenheit eines Mikro- oder Megaphons hab ich nur die Hälfte verstanden, aber passte schon. Dann nur schnell Schwimmkappe und -brille auf und es knallte auch schon der Startschuss.

Schwimmen (500m):
Dass ich jetzt eher so mau im Schwimmen bin, war ja schon vorher klar, aber wie verschissen anstrengend das ist hatte ich irgendwie verdrängt. Nach ein paar vergeblichen Kraul-Versuchen bin ich beim Brustschwimmen geblieben und kam somit echt abgekämpft als drittletzter oder so aus dem Wasser. Der See hat echt viel Algen und anderes Gestrüpp, was da behindert hat, aber größtes Problem war einfach meins mangelndes Schwimmtraining, sowohl was Technik als auch Kondition angeht.
Zwischenzeit: 14:14 min (Zeiten aktualisiert gemäß Davengo)

Radfahren (20km):
Der erste Wechseln hat super geklappt, ich kam echt schnell in Socken und Radschuhe, dann nur schnell Startnummer und Helm, weiter geht’s. Ich war ganz gut aus der Puste, Schwimmen war echt anstrengend, aber als ich mein Rad dann aus der Wechselzone geschoben habe, ging’s eigentlich wieder, dort bin ich dann aufs Rad gesprungen und fast wieder runter gefallen. Irgendwie hatte sich die Schaltung (Robson’s Rad übrigens, danke auch dafür) ganz blöde verstellt und die Kette klemmte fest. Drei Versuche habe ich gebraucht bis ich endlich aufsteigen und losfahren konnte. Super nervig und ätzend, aber vielleicht hat mir das nochmal ein wenig Potential in die Beine gebracht, ich hab meinen Frust dann einfach auf der Radstrecke weggetreten.
Gleich am Anfang der Strecke waren zwei ziemlich enge Kurven, danach war die Strecke wenigstens einigermaßen breit und weitläufig, da es aber eine Wendestrecke war, waren in Kurven Mittellinien eingezeichnet, die es nciht zu überfahren galt. An sich kein Thema, aber hin und wieder gab es auf der Strecke so viele Schlaglöchern und Schotter, dass das Fahren echt anstrengend und unangenehm wurde. Zwei oder drei Teilnehmer konnte ich auf der Radstrecke überholen, meist war ich aber ziemlich einsam unterwegs. Die enge am Anfang hatte ich schon vergessen und verdrängt gehabt, als ich dort auf dem Rückweg wieder ankam, da hätte es mich beinahe zerlegt, da ich doch etwas zügiger auf den Übergang von Asphalt zu Kies in dieser Kurve zugefahren bin, hat aber alles sturzfrei geklappt.
Das zweite Wechseln klatte auch recht gut und zügig, auch wenn ich kein Schnellschnürsystem habe. Beinahe wär ich an meinem Stellplatz in der Wechselzone vorbeigehastet, aber das Team stand am Rand und hat mich lautstark begrüßt, so hab ich das dann doch problemfrei gefunden.
Zwischenzeit: 43:01 min (20km Rad plus beide Wechsel)

Laufen (5,6km):
Die ersten 2km waren echt hart! Meine Oberschenkel waren müde vom Rad und so ein bisschen steckte auch noch das Möbelschleppen vom Vortag drin. Besonders schlimm war nach etwa einem Kilometer ein kleiner Hügel, der hat echt nochmal weh getan, aber kurz vor dem Wendepunkt der Laufstrecke erholten sich meine Beine und gewöhnten sich an die andere Belastung. Also habe ich dort das Tempo angezogen, beim Wendepunkt noch schnell einen Schwamm und einen Becher Wasser abgegriffen, den Becher aber nach ein zwei Minischlucken wieder abgeworfen, da aus Plastikbechern trinken beim Laufen einfach Mist ist. An diesem Punkt konnte ich dann nochmal so 5 oder 6 Läufer überholen. Teilweise waren die Wege auch hier auch ziemlich querfeldein, fast schon wie beim Crosslauf. Auf dem Rückweg war der Hügel dann nicht so schlimm und ich habe nochmal ein wenig an der Temposchraube gedreht. Das Schild mit der Aufschrift „5km“ irritierte mich ein wenig, denn ich hatte irgendwie nur 5km im Kopf, die letzten 600m hatte ich wohl überlesen oder schlicht ignoriert, so habe ich die dann als Endpsurt genutzt. Im Ziel wollte mein Chiparmband irgendwie nicht am Zeitnehmer piepen und so musste ich nochmal ein paar Meter zurück, aber was soll’s, auf die 10 Sekunden kommt’s dann auch nciht an.
Zwischenzeit: 28:09 min (das wäre eine Pace von 5:01 min/km)

Nehlsen

Gesamtzeit: 1:25:25
Ich bin, naja, sagen wir fast zufrieden. Laufen war gut, die Zeit ist super. Fahrrad war auch ok, 43min inkl. beider Wechsel und der Aktion mit der Kette sollte wohl den erhofften 30er Schnitt geknackt haben. Schwimmen war eine Katastrophe, zwar erwartungsgemäß, aber dennoch irgendwie deprimierend. Ich werde ab November mal suchen, ob ich nicht vielleicht nen Kurs oder so mache, über den Winter muss ich daran unbedingt arbeiten, sonst wird das nichts mit Projekt 70.3 in 2014. Ja, jetzt hab ich’s auch im Blog verraten, nächstes Jahr wird es weiter gehen. Also quasi höher, schneller, weiter. In diesem Sinne: ich geh dann mal das Wetter genießen, nä?

M13: Training und Termine (Planung)

Oh Mann, immer diese Entscheidungen, ob das so ne gute Idee war gerade? Den nachfolgenden Satz las ich gerade noch, aber da stand mein Entschluss mich anzumelden bereits, also gibt’s kein Zurück (außer kneifen, aber das gilt nicht):

Auf die besondere Schwierigkeit der Halb- und entsprechend auch der Marathonstrecke wird hiermit ausdrücklich hingewiesen.

Ich habe mich soeben für einen Halbmarathon als „Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen“ angemeldet. Und weil ein „normaler“ Halbmarathon ja zu langweilig ist, habe ich mich für den Bad Harzburger Bergmarathon am Pfingstsamstag, 18.05.13, entschieden. Witzig, genau ein Monat von heute an… Aber ich denke, das ist ein richitg geiles Training, da es ständig bergauf und bergab geht, und das ist etwas, was ich unbedingt trainieren muss.

Also folgende Terminplanung habe ich mir überlegt:
22.04. – 12.05. Wochenpensum ~60km verteilt auf 3-4 Einheiten
13.05. – 17.05. 2 entspannte Laufeinheiten zu je 10-12km
18.05. Halbmarathon in Bad Harzburg, Zielzeit 2:20h (also 6:40 min/km)
20.05. – 26.05. 35km Wochenpensum in 2 Läufen
27.05. – 01.06. 60km Wochenpensum in 3 Läufen
02.06. 30km Training in 3:10h (Entweder Rundkurs Richtung Fischerhude oder Blockland nach Vegesack)
03.06. – 14.06. lockere Laufeinheiten, Regeneration, Ausgleichssport

M13: Jubiläumseintrag

Heute vor genau sechs Jahren habe ich nachfolgenden Eintrag geschrieben. Ich habe ein paar Passagen gekürzt, aber irgendwie fand ich passend, diesen Eintrag hier heute erneut zu veröffentlichen. Damals hat mich mein Mentor Thilo nach gerade einmal 6 Monaten so fit gehabt, dass ich den Bremen-Marathon gelaufen bin. An dieser Stelle nochmal ganz ausdrücklich: Danke!

Gestern habe ich mit Thilo meine Startunterlagen in den Messehallen abgeholt, wo es auch eine Pastaparty gab. Naja, die war ein wenig fehlorganisiert, aber wir haben dennoch zwei riesengroße Teller Spaghetti reingedrückt. Danach war bei mir nur noch ein entspanntes Wannenbad und dann ausruhen und schlafengehen angesagt. Schlafen hat irgendwie nicht so toll funktioniert, aber letztendlich bin ich doch noch halbwegs früh eingepennt und heute 2min vor dem Wecker um 06:20 Uhr aufgewacht. Nach ein ganz paar Müsliflocken, einem Kaffee und einem Multi-Saft bin ich dann in eine mit vielen grün-beteulteten Menschen besetzte Bahn eingestiegen.

Vor Ort trafen Thilo und ich dann recht schnell auch Maria und Andi, die unsere Sachen für uns verwahrten. Nach einem kleinem Aufwärmründchen auf der Bürgerweide sind wir dann auch schon in unseren Startblock. Stimmung war gut, die meisten waren da recht locker drauf und recht bald hörten wir zwar keinen Startschuss, sahen aber, wie sich die Menschen in Bewegung setzten. Auf den ersten zwei Kilometern durch die Innenstadt hatte ich irgendwie das Gefühl, wir wären furchtbar langsam, wir waren aber schon hier sehr gut im Kurs: Zielzeit bzw. minimal schneller. In der Neustadt begrüßten uns dann aus einem Fenster schon Katharina und ihre Freundinnen, das geht doch gut los!

Beim ersten Versorgungstresen herrschte dann shcon ziemlich Gedränge, aber ich habe genug Wasser abbekommen. Ich war ganz froh, dass ich das schon mal in Goldenstedt geprobt hatte, so wusste ich, dass ich an jeder Station gut zwei oder drei Becherchen Wasser vertragen kann. Und so trabten wir in einem recht großen Feld immer weiter rund um den Werdersee. In Habenhausen gab’s dann eine 10km-Zeit: wir sind super in der Zeit. Über eine meines Erachtens deutlich zu Enge Brücke am Weserwehr sind wir dann wieder auf die rechte Seite der Weser, wo dann auch deutlich mehr Publikum auf uns wartete. Vielleicht war’s vorher auch einfach zu früh.

Bishierhin hatten wir den 4-Stunden-Pacemaker eigentlich immer ein ganz schönes Stück abgehängt, bei Kilometer 17,5 an der Versorgungsstation war er mit einem Mal direkt vor uns. Also haben wir die Gelegenheit genutzt, von hier an direkt vor ihm weiter zu laufen. Nun gings auch so langsam in „meine“ Region, auf der Bgm.-Spitta-Allee waren Andi und Maria mit Fahrrädern ausgerüstet wieder da. Mir gings immer noch super und so konnte ich hier noch ein paar Späße machen, kurz darauf merkte ich aber bereits erste Ermüdungserscheinungen, welche aber durch den Versorungsstand und einen Kohlehydrat-Drops schnell wieder ausgeglichen wurden. an der Kreuzung Herzogenkamp-Leher Heerstr. erwarteten mich dann meine Eltern: lautstark! Kurz darauf waren nicht nur wieder Andi und Maria da, sondern auch Frau Zippel, die mir von Streckenrand zuschrie!

Auf der Parkaallee und im Bürgerpark waren wir dann immer in einer Gruppe mit dem 4-Stunden-Pacemaker, der an den Kilometerschildern immer wieder seine Zeit kontrollierte, wir waren also noch voll im Rennen. Am Torfkanal hörte ich mit einem Mal wieder vertraute Stimmen: Frauke, Johannes und Inge standen dort. Jo hatte ja im Frühjahr eine Zeit von 3:57 Stunden vorgelegt. Für mich wurde der Weg langsam etwas schwieriger, aber noch waren wir auf Zielzeit. Kurz vor Kilometer 30 gingen mir mit einem Mal die Kräfte aus. Nur mühsam konnte ich mich zu der Versorgungsstation kämpfen die Natürlich hinter einer Unterführung lag, also musste ich auch noch ein paar Höhenmeter überwinden. Dort kippte ich mir erstmal nen Iso-Drink, reichlich Wasser und Bananen in den Hals, das hat auch ganz gut geholfen. Dennoch verloren wir kurz danach den Pacemaker, der nun gute 200m Vorsprung vor uns hatte. An der Weserpromenade ging’s dann einigermaßen, mir kamen die Abstände zwischen den Vorsorgunsständen zwar immer länger vor, aber es ging.

Nach dem Weserstadion kam mal wieder eine harte Probe: Den Osterdeich hinauflaufen, großes Tennis. Christopher saß aber am Straßenrand und feuerte mich an, er hatte letztes Jahr den Marathon mit 4:17 Stunden geschafft. Dieses Mal hatte er sich nur für einen 10km entschieden, mit den Fahrrad neben mir fahrend, erzählte er mir davon. Auf meine Frage, welche Zeit er hätte, sagte er, wir müssten uns auch nicht jetzt unterhalten, ich muss furchtbar ausgesehen und geklungen haben.

Kurz vor der 40km-Marke kam ein erneuter Einbruch, Thilo drehte sich um und lief rückwärts, um mir seinen Standpunkt klarzumachen: „Du weißt, dass du es schaffen kannst“. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass cih es tatsächlich noch schaffen konte, ich war zwar minimal über Zielzeit, aber es war noch drin. Auch die 4 Becher Wasser und die Bananen am letzten Versorgunsstand konnten mich allerdings nicht richtig aufbauen. Jetzt, gerade einmal 2km noch zu laufen, wollte mein Körper einfach nciht mehr. Ich versuchte schubweise, alle Energie aufzukratzen und weiterzurennen, aber ich knickte ein. Thilo versuchte rührend, mir Mut zu machen, aber als ich auf der Theodor-Heuss-Alle merkte, dass die 4 Stunden gegessen sind und meine Beine nichts sehnlicher wollten als abfallen, fing ich an zu gehen.

Ein wirklich netter älterer Herr (scheinbar Türke) packte mich am Arm und sprach auf mich ein, ich müsse doch kämpfen, wie in Trance wimmelte ich ihn ab. Thilo schaffte es dann doch, mich zu bewegen: „Vielleicht kommen wir langsam ins Ziel, aber im Laufschritt, nicht gehend!“ Und so trottete ich mehr wankend als laufend in den AWD-Dome, wo wir gemeinsam bei einer Netto-Zeit von 04:04:58 Stunden ankamen. Zuerst fiel ich Thilo um den Hals, bei dem ich mich bedankte, dann meiner Mutter, die am Rand stand. Komisch, obwohl mir alles weh tat, war ich den Moment unglaublich glücklich und drückte jeden, der mir am Streckenrand bekannt vorkam.

Thilo und ich trotteten dann weiter in den AWD-Dome, wo wir reichlich Wasser, Erdinger alkoholfrei, Obst und Traubenzucker konsumierten. Wir schauten uns dann zwar den Bereich mit Duschen, Umkleiden und Massagen an, entschieden uns aber zu verzichten. Draußen wurde ich dann von jeder Menge Leuten begrüßt, die mich beglückwünschten. Es war ein unbeschreiblich geiles Gefühl!

Ich kann nur jedem empfeheln so etwas mal zu machen. Ein Marathon laufen? Das vielleicht auch, vor allem aber sich ein wirklich hohes Ziel setzen, hart daran arbeiten und es dann (vielleicht auch nur nahezu) schaffen! Ich hab mein Ziel um gerade einmal 2% verfehlt….

M13: Statusbericht 09.09.12

So, noch werde ich zwar nicht verraten, was es genau mit M13 auf sich hat, aber vielleicht lassen sich aus diesem kleinen Statusupdate schon ein paar Hinweise ablesen.

Das Projekt besteht aus mehreren Phasen, heute habe ich mit Phase 2 begonnen, Phase 1 läuft aber weiterhin.

Phase 1: Planung
Phase 2: Vorbereitung
Phase 3: Planung Projektabschluss
Phase 4: Großes Finale, Abschluss
Phase 5: Party für erfolgreiches Projekt:-)

Phase 2 ist unglaublich umfangreich und wird einen riesengroßen Teil meiner Berichte hier ausmachen. Beim heutigen Start von Phase 2 habe ich mich auch erinnert, warum Phase 1 immer noch läuft und musste feststellen, dass zu Phase 2 auch ein Teilprojekt gehört, dass ich jetzt mal NR taufe. Projekt NR wird deutlich kürzer ausfallen als M13, da es eine Vorraussetzung für Phase 2 zu sein scheint. Ganz theoretisch könnte es wohl auch ohne gehen, aber wenn ich schon mal dabei bin… Die Deadline für NR lege ich auf den 31. Oktober 2012, bis dahin MUSS NR abgeschlossen sein, ich hoffe jedoch auf früheren Erfolg.

Zur Planung:
Eigentlich sollte ich das jetzt noch nicht planen, aber für Phase 4 (in der seid ihr dann gefragt), brauchen wir noch Heavy-Team-Shirts und ich fänd eine große Fahne mit meinem Logo richtig klasse. Aber das wird alles später kommen.
Ich werde mich heute abend und morgen mal an die Zeitplanung von Phase 2 setzen. Vielleicht kann ich davon dann schon etwas veröffentlichen, ohne zuviel zu M13 verraten. Ich werde jedoch ab sofort wöchentlich kleine Hinweise posten, sodass ihr in spätestens ein paar Wochen wissen solltet, was es mit M13 auf sich hat.
Mir liegt dieses Projekt, auch wenn es total spontan aus einer Schnapsidee heraus entstanden ist, sehr am Herzen. M13 wird sehr viel Zeit einnehmen, es wird hart and lang werden, aber ich gebe alles, es zu schaffen. Ich hoffe auf eure Unterstützung, insbesondere zum Projektabschluss, und bedanke mich schon jetzt dafür.