70.3: Trainieren wird völlig überbewertet

Mit den Ergebnissen im Wettkampf wird abgerechnet, nicht mit den Trainingsumfängen. Ich habe ja nun in den letzten Wochen wirklich wenig trainiert, deshalb fuhr ich gestern mit ein klein wenig Bammel nach Essen zum Blumensaatlauf. Vor Ort war aber alles ganz unkompliziert, ich habe mich schnell nachgemeldet und mir dann den Start des 10km-Laufs angesehen. Knapp 700 Starter waren es hier, mehr als ich erwartet hatte.

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Als die Läufer verschwunden waren, bin ich dann zurück zum Auto, um meine Laufsachen anzuziehen, eineinhalb Stunden später war der Halbmarathon-Start. Die Kleidungsfrage war gar nciht so einfach bei den 5-6°C, die herrschten, ich habe mich aber im Endeffekt goldrichtig für leichtes frösteln am Start entschieden, damit mir im Lauf nicht zu warm wird. Beim Start war dann ganz schön Gedränge auf dem schmalen Weg, es waren auch knapp 500 HM-Läufer am Start, es ging dann aber recht locker los, ich hatte mich einigermaßen gut eingereiht und musste auf den ersten Kilometern wenig überholen und drängeln. Ziemlich genau beim ersten Kilometer-Schild flüsterte mir runtastic eine Zeit von 5:13 min/km ins Ohr. Whoops, war wieder ncihts mit langsam loslaufen, also erstmal die Bremse ziehen. Die darauffolgenden drei Kilometer hatten Zeiten um 5:25 min/km, also nciht wirklich viel langsamer, ich wollte eigentlich in Richtung 6:00 loslaufen und kontinuierlich in Richtung 5:00 steigern.

Da ich mich aber sehr wohl fühlte, habe ich beschlossen, das Tempo jetzt einfach zu halten. Einige Meter vor mir lief eine junge Frau mit dunklem Pferdeschwanz, da wollte ich mich reinhängen. Gedacht, getan, Tempo schnell, aber angenehm, alles taco. Etwa zu dieser Zeit kam mir der führende entgegen, schon mit locker 100m Vorsprung, ein Wahnsinnstempo hat der da an den Tag gelegt und sah ganz entspannt aus. Kurz nach dem 5km-Schild kam dann die erste Wende, an der ich den dunklen Pferdeschwanz aus den Augen verlor, blöd, denn das hatte mir durchaus geholfen, das Tempo konstant zu halten. An der Verpflegungsstelle griff nach einem Becher Wasser, welches netterweise handwarm temperiert war, echt angenehm. Kurz darauf merkte ich, wie eine junge Frau sich neben mir einreihte, langsamere überholte, wenn ich daran vorbeizog und versuchte, sich meiner Schrittfrequenz anzupassen.

Beim Kilometerschild 7 sprach sie mich an und fragte, wie schnell wir denn wären. Ich antwortete wahrheitsgemäß „Der letzte Kilometer war 5:11“, was sie sichtlich erfreute. Geschuldet durch das für mich vergleichsweise hohe Tempo war die Unterhaltung etwas schwerfällig, aber wir sprachen immer wieder ein paar Sätze miteinander. Sie erklärte dann, das sei ihr erster Halbmarathon und man hörte deutlich raus, wie sie Bammel vor der Distanz hatte. Nachdem ich von meinem Ziel „deutlich unter zwei Stunden“ erzählte, sagte sie „Ich bleib mal ein bisschen bei dir dran“, was mir ganz recht war, denn unser Tempo war super-konstant.

An der zweiten Wende gab es merkwürdigerweise nur Tee, kein Wasser. Ich wollte keine Experimente eingehen und hab verzichtet. Bei dieser Temperatur hatte ich zwar nicht so sonderlich viel Durst, aber man schwitzt ja trotzdem, ein Becherchen Wasser wäre da schon ganz nett. Etwa als wir Kilometer 12 waren, kam uns der Führende ein letztes Mal entgegen, er sah immer noch entspannt aus, er ist dann mit 1:11:48 ins Ziel gelaufen, der Wahnsinnige! Unser Tempo war zwar nicht ganz so hoch, aber durchaus respektabel und immer noch sehr konstant: zwischen Kilometer 7 und 16 schwankten meine Zeiten zwischen 5:10 und 5:14 min/km. An der letzten Wende kam meine Begleiterin dann etwas besser los und hatte ein paar Meter Vorsprung. Wir hatten vorher schon mal drüber gesprochen, dass wir wenn die Körner reichen sollten, die letzten fünf Kilometer nochmal Gas geben wollten. Am Verpflegungsstand war mir dann jemand voll im Weg, sodass ich nochmal wertvolle Sekunden und Meter verlor, inzwischen trennten uns locker 50m. In meinen Beinen brach Müdigkeit aus, keine Chance, mich da noch ranzukämpfen. Jetzt musste ich also alleine weiter kämpfen und meine Kilometerzeiten sackten auf 5:20 bis 5:27 ab, an sich nicht tragisch, denn ich war immer noch auf Kurs zu einer guten Zeit, aber irgendwie ärgerte mich, dass ich nicht sofort aufgeschlossen habe, gemeinsam mit ihr hätte ich sicher noch eine Schippe drauflegen können.

Den letzten Kilometer habe ich dann wieder etwas schneller abreißen können und so stand 1:52:17 auf der Anzeigetafel, als mein Schuh über die Matte piepte. Da ich beim Start ja ein kleines bisschen brauchte, bis ich über die Startlinie gelaufen bin, ist die Netto-Zeit sogar 1:51:50. Wahnsinn! Mit so wenig Training habe ich mich selbst überrascht! Im Ziel sah ich meine Mitstreiterin dann wieder, die zwei Minuten vor mir angekommen war, sie grinste dann nur auf meine Frage, woher sie die Energie am Ende genommen hatte. Ich habe dann meine Sachen geholt und bin zu Claus gefahren, der freundlicherweise eine warme Dusche und ein leckeres Essen für mich parat hatte, vielen Dank nochmal dafür.

M13: Fotos vom swb-Marathon

Wie versprochen kommt hier der letzte Beitrag in M13. Es war mir ein Fest, schön, dass ihr alle da wart. Hat wahnsinnig Spaß gemacht und ich habe mich immer wahnsinnig gefreut, wenn ich euch an der Strecke gesehen habe. Un nu, Bilder:

Kurz vor dem Start:
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Meine Eltern am Herzogenkamp:
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Dieses Riesenlogo war in der Überseestadt zu finden, ledier hat die Laufstrecke kurz vorher einen Knick gemacht:
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An der Schlachte sehe ich schon deutlich angeschlagen aus:
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Direkt hinter der Ziellinie:
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Halbmarathonläufer dürfen zuerst:
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Heavy-Team:
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84 Sekunden:
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Schön Bierchen:
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Bei Davengo sind inzwischen 4 Videos online. Insbesondere der Zieleinlauf mit Heavy-Rufen ist cool, im Weserstadion sehe ich ganz schön mitgenommen aus…

M13: 9. swb-Marathon

Eins gleich vorab: ich hab verkackt! Knapp, aber verkackt…

Aber von vorn: Bereits 20 Minuten vor meinem Wecker bin ich aufgewacht und war echt fit. Ich hatte erstaunlich gut geschlafen, obwohl ich mich tags zuvor noch wie ein Schnitzel auf den Marathon gefreut habe. Meine Bahn hatte 3min Verspätung, ich glaube wenn es noch 2min mehr gewesen wären, hätte ich doch das Auto genommen, denn die nächste Bahn (Halbstundentakt) hätte nicht mehr gepasst, da ging der Puls schon das erste mal hoch. Am Bahnhof bin ich schnell in einen Bus umgestiegen, der dann aber von einem Polizisten am Wall gestoppt wurde. Während Fahrer und Ordnungshüter diskutiert haben, hab ich mich durch die offene Tür aus dem Staub gemacht.

Auf dem Marktplatz war bereits die Hölle los, ich habe auch noch ein paar bekannte Läufer gegrüßt und ihnen alles Gute gewünscht, dann entdeckte ich die große Heavy-Flagge vor der Bürgerschaft. Mein Team – also zumindest ein Teil davon – war bereits da. Ich war überglücklich bereits hier die Unterstützung genießen zu dürfen. Danach ging alles ziemlich schnell, pünktlich um 9:45 Uhr wurde gestartet, aus meinem Startblock habe ich nur etwa 1:20min bis zur Startlinie gebraucht, schneller Start also. Auf der Obern- und Martinistraße war dann ganz schön Gedrängel, hunderte Läufer versuchten ihr Tempo zu finden, viele langsame hatten sich offenbar viel zu weit vorne eingereiht. So ist dann gleich zu Anfnag das passiert, was nciht passieren sollte: ich habe eine Läuferin mit dem linken Oberarm gestreift, wo meine Gels in der Handy-Halterung klemmten. Das leise „Platsch“ hinter mir nahm ich leicht genervt wahr, blind fühlte ich nach: 4 Gels waren noch da, ich hatte nur eines verloren, Glück im Unglück.

Auf den ersten Kilometern merkte ich dann direkt, dass ich zu schnell war, ich hatte mich von der Menge mitreißen lassen. Trotz meiner Bemühungen das Tempo zu drosseln und es etwas ruhiger angehen zu lassen, las die nette runtastic-Stimme mir Kilometerzeiten zwischen 5:15 und 5:30 min vor. Dieses Tempo wollte ich eigentlich erst 10km später haben. Da ich mich mit dem Tempo wohlfühlte, habe ich dann einfach laufen lassen, nicht zu viel denken, Körper macht das schon. Und es lief auch tatsächlich gut, die Zeiten waren jetzt konstanter um die 5:25 bis 5:30, eigentlich ideal.

Am Werdersee standen dann meine Kollegen am Streckenrand, da habe ich mich wahnsinnig drüber gefreut. Ging natürlich alles ganz schön schnell, aber gerade diese Stimmungsnester verleihen einem als Läufer nochmal einen Extra-Schub nach vorn. Apropos Stimmungsnester: die Bremer haben sich ganz gut ins Zeug gelegt, viele Anwohner haben echt dafür gesorgt, dass an der Strecke was los war, ganz toll. Ein älterer Herr stand ganz allen neben einer Bank auf dem Deich am Werdersee, auf der Bank ein CD-Player mit lauter Stimmungsmusik, tolle Idee, sowas muntert auf. Etwa auf dieser Höhe lief ich neben einem Herrn im 100-Marathon-Club-Shirt, der gerade von einem anderen Läufer gefragt wurde, sein wievielter Marathon das sei, „Wenn gut läuft, wird das hier die 292“ war die Antwort. Ich bin fast über meine heruntergefallene Kinnlade gestolpert: Zweihundertzweiundneunzig? Alter Schawutzki, allein wieviel Zeit dabei ins Land geht…

In Habenhausen war auch gute Stimmung, in jedem dritten Vorgarten waren kleinere Menschenansammlungen und feierten die Läufer bei Bier, Musik und lautem Jubel. Eine kleine Kreuzung wurde von einer einzelnen Polizistin bewacht, die lächelte und durchgehend klatschte, schön da so viel Enthusiasmus zu sehen. Das Feld hatte sich hier dann etwas gelichtet, somit war das Weserwehr einigermaßen gut zu überqueren, hier ist es nämlich ganz schön eng. Kurz darauf habe ich mein erstes Gel verdrückt, was super funktioniert hat, die High-5-Gels sind echt klasse, die gehen auch ohne nachspülen super runter. Ab hier hatte ich mir dann vorgenommen, alle 5km ein Gel einzuwerfen, das verlorene würde ich später ersetzen können. Ich hatte hier immer wieder unterschiedliche Läufer mit denen ich gelaufen bin und an denen ich mich orientiert habe, denn spätestens an den Verpflegungsstellen bin ich meinen Mitstreitern davon gezogen, denn ich wollte da partout nicht langsamer werden, sondern im Rhythmus bleiben.

Die Strecke bis zum Rhododendron-Park war bis auf die Unterführung Kurfürstenalle, in der ein DJ stand, recht unspektaktulär. Direkt vor dem Rhodo-Park wurde dann die Halbmarathon-Zwischenzeit genommen: bei 1:55:34 bin ich über die Schwelle gelaufen. Wenn man dort nun noch die 1:20min vom Start abrechnet, war ich 5 Minuten schneller als berechnet auf der ersten Hälfte unterwegs. Am Herzogenkamp war dann wieder richtig was los, da standen echt viele Zuschauer in der Kurve, unter anderem meine Eltern, die die weiße Heavy-Flagge hochielten. Richtig klasse! Hier habe ich dann meine Gel-Versorgung aufgestockt, für alle Fälle hatte ich meine Eltern nämlich Ersatz-Gels gegeben, sollte ich mehr benötigen, als ich dabei hatte und tragen konnte. Die langgezogene Steigung den Herzogenkamp herauf war erstaunlich leicht zu bewältigen, erste Müdigkeitserscheinungen kamen dann im Bürgerpark. Hier hatte sich der Halbmarathon zu uns gesellt. Eigentlich ganz nett, dadurch ist man halt „weniger allein“ auf der Strecke, andererseits wird es an einigen Stellen anstrengend, weil es ganz schön eng wird mit all den Läufern, von denen viele auch ein geringeres Tempo laufen und mir – sorry, klingt jetzt fieser als es gemeint ist – im Weg stehen.

Etwa um Kilometer 28 herum, zwischen Bürgerpark und Weidedamm meldete sich dann erwartungsgemäß mein linkes Hüftgelenk. Nicht sonderlich schlimm, aber ich konnte es sofort an den Kilometerzahlen ablesen, die sofort in Richtung 6:10 min/km abdrifteten. Egal, noch war ich voll im Trend und jedes Stimmungsnest am Streckenrand schob mich weiter nach vorn. Am Versorgungsstand in Findorff standen mir viele Halbmarathon-Läufer im Weg, die zum Wasser holen anhielten, ein Helfer sah das und streckte einen Becher über den Kopf einer Läuferin, um ihn mir zu reichen. Sie griff allerdings auch danach, also entschuldigte ich mich und riss ihr den Becher aus der Hand und lief weiter. Bisschen blöde Situation, ging aber nicht anders. In der Überseestadt merkte ich dann deutlich die Erschöpfung in den Beinen, mein Tempo brach immer wieder kurz ein, somit beschloss ich auf ein Gel alle 4km umzustellen, in der Hoffnung, mein Stoffwechsel würde noch schnell genug arbeiten.

Als es runter an die Schlachte ging war ich ziemlich entkräftet und meine rechte Wade war kurz davor, zuzumachen. Beißen, nachdenken, rechnen, noch 8km, laufen. Jeder Schritt fühlte sich hier wie ein Erdbeben in meinem Körper an, bis ich mit einem Mal hoch oben über den Zuschauern ein schwarze Flagge mit blauem Havy-T-Logo sah. Wie geil ist das denn, die sind runter an die Schlachte gekommen! Und zwar alle, denn ich konnte nicht nur mein Team, sondern auch meine Kollegen sehen. Das war gut, das hat richtig Kraft gegeben und ich habe nochmal alle Kräfte mobilisiert und bin weiter gelaufen. Auf dem Weg zum Weserstadion war dann wieder ein Zickzackkurs zwischen gehenden, langsameren und schnelleren Läufern angesagt, super anstrengen nach 37km. Danach ging es ins Stadion, nahezu jeder Läufer wurde einzeln angekündigt und angefeuert, dabei wurde das Bild auf der Anzeigetafel gezeigt.

Direkt hinter dem Stadion ist es dann passiert, am Versorgungsstand musste ich ein paar blöde Schritte machen, um auszuweichen, und zack, war ich raus und bin gegangen. Mist mist mist, genau das wollte ich doch vermeiden. Keine 25 Meter weiter bin ich also wieder in den Laufschritt, und das tat weh. Damit nicht genug, denn die Strecke führt oben auf dem Osterdeich weiter, also sind über diese Auffahrt vor dem Stadion ein paar Höhenmeter zu überwinden. Meine Beine waren kurz vorm platzen und das spürte ich dann einen guten Kilometer später nochmal ganz deutlich, es tat alles weh und ich bin wieder ins Gehen verfallen, diesmal bestimmt 200 Meter weit. Dann hörte ich hinter mir Stimmen und ich ahnte schon, wer da kommen würde: der 4-Stunden Pacemaker, denn ich schon am Werdersee kennengelernt hatte. Also schnell die Beine unter die Arme geklemmt, Zähne zusammengebissen, Schmerzen verdrängt und eingereiht. Er unterhielt isch locker mit seinem Nebenmann und aus dem Gespräch konnte ich schließen, dass er etwas zu schnell war. „Hast du etwas Luft, oder wird’s knapp mit 4 Stunden?“ schnaufte ich. Er antwortete, dass er wohl den letzten Kilometer gehen müsse, um nicht zu früh da zu sein, was mich etwas aufmunterte, denn das Tempo konnte ich bei besten Willen nicht halten. Bereits Sekunden nach diesem Gespräch war er bereits einige Meter vor mir und mit jedem Schritt entfernte er sich weiter.

Etwa auf Höhe des Theaterschiffs musste ich nochmal ein Stück gehen, auf diesem Teilstück hätte ich mehr Unterstützung vom Streckenrand gebraucht, aber da hier eine Spur sogar für den Autoverkehr frei war, war hier wenig bis nichts los. Erst in der Martinistraße, nachdem ich die Unterführung passiert hatte, wurden die Zuschauer mehr und die Stimmung lauter. Als ich durch die Kleine Wallfahrt auf die Obernstraße abgebogen bin, klopfte mir Mary, Fraukes Laufpartnerin auf den Arm, Frauke war direkt daneben, ich grüßte nur und lief weiter, denn jetzt hatten sich irgendwoher wieder Kräfte zusammengesammelt. Ganz kurz hatte ich überlegt, runterzufahren und mit den beiden gemeinsam ins Ziel zu laufen, witzigerweise hatte ich morgens Frauke geschrieben „wir sehen uns im Ziel, müsste ja etwa zu gleichen Zeit ankommen“. Dass es aber exakt zur gleichen Zeit sein würde, hatte ich nicht gedacht.

Die Obernstraße war gesäumt von Zuschauern, die lautstark das letzte aus den Athleten rausholten. In meinem Tunnelblick sah ich die Flagge vor P&C, genau wie vereinbart. Als ich aber an der Flagge ankam, stand da nicht wie erwartet Matze, sondern mein Kollege Toddi, der mich anbrüllte. Also nahm ich die Flagge, und rannte mit aller Kraft die letzten vielleicht 200m zur Ziellinie, wo ich am Rand schon mein Team und meine Eltern hörte und dann auch entdeckte. Auf den letzten Metern vor dem Ziel sah ich aber schon etwas verschwommenes, dass mir gar nicht gefiel: 4:02:xx stand da auf der Uhr, wenn ich davon meine 1:20 abziehe, sind das immer noch über vier Stunden. Ganz kurz nach mir kamen dann Frauke und Mary ins Ziel, denen ich noch schnell gratulierte. Dann sprach ich eine Frau, ob sie mir mal schnell über den Zaun helfen könnte, ich wollte zu meinem Team. Und da waren dann wirklich alle da, ich hab mich gefreut wie ein Schnitzel, meine Zeit war in dem Moment erstmal egal.

Im Zielbereich habe ich dann noch ein bisschen alkoholfreies Weizen genossen und mit dem Team über das erlebte gesprochen, erstaunlicherweise ging es mir hier verdammt gut. Klar die Beine waren schwer, aber ich konnte ohne Hilfe gehen und stehen, nur aufstehen, nachdem ich mich hingesetzt hatte, das hab ich nicht allein geschafft. Mit dem ganz harten Kern bin ich danach dann noch essen gegangen, wobei ich dann auch merken musste, dass die Erschöpfung größer war als der Appetit, so wirklich viel habe ich gar nicht rein bekommen, schön war’s trotzdem. Danke nochmal an alle, die dabei waren.

Ein ganz großes Dankeschön an alle Team-Mitglieder, an alle, die mich unterstützt haben, an meine Eltern, meine Freunde, meine Kollegen. Großen Dank auch allen Helfern an der Strecke und drumherum, und danke auch die Orga, der swb-Marathon hat mir unglaublich Spaß gemacht und es wird sicher nicht mein letzter gewesen sein.

So jetzt aber nochmal harte Zahlen:
Nettozeit: 04:01:23
Bruttozeit: 04:02:31
HM-Zwischenzeit: 01:55:34
Mit der Bruttozeit bin ich 478er in der Gesamtwertung und 45er in meiner Altersklasse, insgesamt sind 890 Läufer ins Ziel gekommen, 67 in meiner Altersklasse.

Wenn ich richtig geschaut habe, ist der 4-Stunden Pacemaker bei 3:55:22 brutto ins Ziel, wie ich auf den letzen 2,5km ganze 7 Minuten gegenüber ihm verloren habe, ist mir aber ein Rätsel. 84 Sekunden fehlen mir zu meinem persönlich Ziel unter 4 Stunden zu bleiben, das wären 2 Sekunden auf jedem einzelnen Kilometer, die ich hätte schneller sein müssen. Oder einfach am Ende nicht einbrechen. Egal, zufrieden bin ich trotzdem.

Es wird noch einen weiteren Eintrag mit Fotos in M13 geben, danach ist M13 endgültig abgeschlossen und Projekt 70.3 beginnt.

M13: 5. Nehlsen-Triathlon

Sonntag früh, blauer Himmel, Sonnernschein, gibt’s was schöneres? Ich bin dann heute früh ab nach Grambke, hab meine Startunterlagen abgeholt und mein Rad eingecheckt, hab meine Schuhe am Rad vorbereitet und mich schon ein bisschen eingestimmt. Matze hat mir kurzfristig noch mit einem improvisierten Startnummernband geholfen, da ich bei SportZiel einfach mal Mist mitgenommen habe und mein altes irgendwie versollen ist. Hat aber super funktioniert, danke! Die obligatorische Wettkampfbesprechung fand nciht wie geplant 20min vor dem Start, sondern 2min vor dem Start statt, durch die Anzahl der Teilnehmer und die Abwesenheit eines Mikro- oder Megaphons hab ich nur die Hälfte verstanden, aber passte schon. Dann nur schnell Schwimmkappe und -brille auf und es knallte auch schon der Startschuss.

Schwimmen (500m):
Dass ich jetzt eher so mau im Schwimmen bin, war ja schon vorher klar, aber wie verschissen anstrengend das ist hatte ich irgendwie verdrängt. Nach ein paar vergeblichen Kraul-Versuchen bin ich beim Brustschwimmen geblieben und kam somit echt abgekämpft als drittletzter oder so aus dem Wasser. Der See hat echt viel Algen und anderes Gestrüpp, was da behindert hat, aber größtes Problem war einfach meins mangelndes Schwimmtraining, sowohl was Technik als auch Kondition angeht.
Zwischenzeit: 14:14 min (Zeiten aktualisiert gemäß Davengo)

Radfahren (20km):
Der erste Wechseln hat super geklappt, ich kam echt schnell in Socken und Radschuhe, dann nur schnell Startnummer und Helm, weiter geht’s. Ich war ganz gut aus der Puste, Schwimmen war echt anstrengend, aber als ich mein Rad dann aus der Wechselzone geschoben habe, ging’s eigentlich wieder, dort bin ich dann aufs Rad gesprungen und fast wieder runter gefallen. Irgendwie hatte sich die Schaltung (Robson’s Rad übrigens, danke auch dafür) ganz blöde verstellt und die Kette klemmte fest. Drei Versuche habe ich gebraucht bis ich endlich aufsteigen und losfahren konnte. Super nervig und ätzend, aber vielleicht hat mir das nochmal ein wenig Potential in die Beine gebracht, ich hab meinen Frust dann einfach auf der Radstrecke weggetreten.
Gleich am Anfang der Strecke waren zwei ziemlich enge Kurven, danach war die Strecke wenigstens einigermaßen breit und weitläufig, da es aber eine Wendestrecke war, waren in Kurven Mittellinien eingezeichnet, die es nciht zu überfahren galt. An sich kein Thema, aber hin und wieder gab es auf der Strecke so viele Schlaglöchern und Schotter, dass das Fahren echt anstrengend und unangenehm wurde. Zwei oder drei Teilnehmer konnte ich auf der Radstrecke überholen, meist war ich aber ziemlich einsam unterwegs. Die enge am Anfang hatte ich schon vergessen und verdrängt gehabt, als ich dort auf dem Rückweg wieder ankam, da hätte es mich beinahe zerlegt, da ich doch etwas zügiger auf den Übergang von Asphalt zu Kies in dieser Kurve zugefahren bin, hat aber alles sturzfrei geklappt.
Das zweite Wechseln klatte auch recht gut und zügig, auch wenn ich kein Schnellschnürsystem habe. Beinahe wär ich an meinem Stellplatz in der Wechselzone vorbeigehastet, aber das Team stand am Rand und hat mich lautstark begrüßt, so hab ich das dann doch problemfrei gefunden.
Zwischenzeit: 43:01 min (20km Rad plus beide Wechsel)

Laufen (5,6km):
Die ersten 2km waren echt hart! Meine Oberschenkel waren müde vom Rad und so ein bisschen steckte auch noch das Möbelschleppen vom Vortag drin. Besonders schlimm war nach etwa einem Kilometer ein kleiner Hügel, der hat echt nochmal weh getan, aber kurz vor dem Wendepunkt der Laufstrecke erholten sich meine Beine und gewöhnten sich an die andere Belastung. Also habe ich dort das Tempo angezogen, beim Wendepunkt noch schnell einen Schwamm und einen Becher Wasser abgegriffen, den Becher aber nach ein zwei Minischlucken wieder abgeworfen, da aus Plastikbechern trinken beim Laufen einfach Mist ist. An diesem Punkt konnte ich dann nochmal so 5 oder 6 Läufer überholen. Teilweise waren die Wege auch hier auch ziemlich querfeldein, fast schon wie beim Crosslauf. Auf dem Rückweg war der Hügel dann nicht so schlimm und ich habe nochmal ein wenig an der Temposchraube gedreht. Das Schild mit der Aufschrift „5km“ irritierte mich ein wenig, denn ich hatte irgendwie nur 5km im Kopf, die letzten 600m hatte ich wohl überlesen oder schlicht ignoriert, so habe ich die dann als Endpsurt genutzt. Im Ziel wollte mein Chiparmband irgendwie nicht am Zeitnehmer piepen und so musste ich nochmal ein paar Meter zurück, aber was soll’s, auf die 10 Sekunden kommt’s dann auch nciht an.
Zwischenzeit: 28:09 min (das wäre eine Pace von 5:01 min/km)

Nehlsen

Gesamtzeit: 1:25:25
Ich bin, naja, sagen wir fast zufrieden. Laufen war gut, die Zeit ist super. Fahrrad war auch ok, 43min inkl. beider Wechsel und der Aktion mit der Kette sollte wohl den erhofften 30er Schnitt geknackt haben. Schwimmen war eine Katastrophe, zwar erwartungsgemäß, aber dennoch irgendwie deprimierend. Ich werde ab November mal suchen, ob ich nicht vielleicht nen Kurs oder so mache, über den Winter muss ich daran unbedingt arbeiten, sonst wird das nichts mit Projekt 70.3 in 2014. Ja, jetzt hab ich’s auch im Blog verraten, nächstes Jahr wird es weiter gehen. Also quasi höher, schneller, weiter. In diesem Sinne: ich geh dann mal das Wetter genießen, nä?

M13: Fischerhuder Mittsommerlauf

So, kurz vorab: Donnerstag wollte ich eigentlich mit Rad zur Arbeit, schau morgens raus, und entscheide mich dann dagegen. Über den Tag ärgere ich mich, da echt schöner Sonnerschein ist, aber kurz vor Feierabend platzt es mit einem Mal aus allen Wolken. Also doch ne gute Entscheidung, stattdessen lieber Krafttraining zu machen. Freitag bin ich dann auch mit dem Auto zur Arbeit, egal, abends war ja ohnehin Laufen angesagt.

Der Weg nach Fischerhude gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht, denn die Straße war einfach vollgesperrt. Ich dachte, ich würde einen Weg über Feldwege kennen, aber blöderweise ging es da auch nicht weiter. Also bin ich einen Riesenumweg gefahren, war aber noch rechtzeitig vor Ort. Bei der Startnummernausgabe wurde mir noch angeboten, mich in eine Staffel einzutragen, da ich ja alleine bin, aber hey, wegen weniger als 20km mach ich doch keinen Lauf mit! Das Teilnehmerfeld war erstaunlich klein, aber teilweise witzig verkleidet, die Stimmung war jedenfalls echt gut. Bereits ein oder zwei Minuten vor 20 Uhr erfolgte dann der Startschuss, ziemlich überraschend nach einer kurzen Ansprache an der Startlinie, ihc musste auf den ersten Metern erstmal schnell runtastic und mein Hörbuch starten, dann habe ich mich durchs Gewühl nach vorn gearbeitet.

Ursprünglicher Plan war, gemütlich mitnem 6er Pace die ersten 5km in 30min zu laufen und dann jede Runde ein wenig mehr Gas zu geben, dass ich die letzten 5km mit ungefähr 5:20er Pace oder so laufe. Nach dem ersten Kilometer verriet runtastic mir, dass ich viel zu schnell bin: 5:07 habe ich für den ersten Kilometer gebraucht, gut ich bin auch ein wenig losgespurtet, um dem Getümmel zu entkommen. Ich habe meine Geschwindigkeit dann etwas runtergefahren und nach etwa 27:30 min hatte ich die erste Runde beendet und wurde vom Team lautstark empfangen:

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Danke, Leute, ihr seid echt die besten Fans, die ich mir wünschen könnte! Ich hab mir ab hier einfach vorgenommen, das Tempo zu halten, in etwa ein 5:30er Pace war das, also ein kleines bisschen schneller, als ich im Oktober laufen will.Das klappte auch echt gut. An der Strecke war leider wenig Stimmung, nur an einer Stelle war ein wenig Musik und aus einigen Gärten schauten ein paar Anwohner zu, witzig war es trotzdem, allerdings war ich die meiste Zeit allein unterwegs, denn so viele Läufer waren es einfach nicht. Immer kurz vor Ende jeder Runde habe ich denn eine meiner vier Startnummern abgerissen und in meiner Fankurve abgegeben, war echt cool, das Team immer recht bald wiederzusehen.

In der letzten der 4 Runden zu je 5km habe ich dann nochmal ein bisschen reingetreten, kurz nach dem 3km-Schild hörte ich von hinten Schritte auf mich zukommen, ein Staffelläufer näherte sich mir immer mehr. Als er an meiner Schulter angekommen war, packte mich der Ehrgeiz, überholen lassen wollte ich mich jetzt auch nicht mehr! Wir blieben also fast gleichauf, ich immer ein zwei Schritte voraus, bis er dann vielleicht so 300m vor dem Ziel den Turbo reinknallte und davonzog. Ich konnte nicht mehr sprinten, er hatte auch nur 5km in den Beinen, ich zwanzig. Trotzdem bin ich dann in absoluter Traumzeit von 1:46:57 ins Ziel gelaufen. Da ich mich angemeldet habe, bevor es die Möglichkeit gab, als Einzelläufer zu starten, wurde ich in der Staffel gewertet, da bin ich auf Platz 14 gelandet, was ich echt super finde, auch wenn nur 31 Staffeln gestartet sind. Von den Einzeläufern, bei denen entgegen der Aussage auf der Webseite doch die Zeit genommen wurde, sind nur 6 die volle Distanz gelaufen, von denen waren drei schneller und drei langsamer als ich. Kinners, ich bin zufrieden! Herzlichen Dank nochmal ans Team, ohne euch wär das alles nur halb so schön!

M13: 7. Bad Harzburger Bergmarathon

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Auf dem Foto erkennt man gar nicht, wie schlimm mich das Wetter Samstag früh in Bad HArzburg begrüßte, naja, ok, da war es auch nur Nieselregen bei etwa 8°, nicht schön, aber passt schon. Um Punkt 10 Uhr war dann der Start, bei dem das Nieseln nachgelassen hatte und wir uns dann mit rund 140 Teilnehmern auf den Weg machten, den Berg, der im Hintergrund zu sehen ist zu erklimmen. Typisch Wettkampf, auf dem ersten Kilometer hab ich mich mal wieder von der Menge mitreißen lassen, aber alles im Lot. Die ersten Steigungen waren da schon heftiger.

Ich hab mich wirklich bemüht, aber bereits bei Kilometer 6 musste ich ein kurzes Stück gehen statt laufen, es war einfach zu steil für mich. Kurz darauf setzte dann wieder der Regen ein, diesmal allerdings nicht Niesel- sonder Dauer-Bindfaden-Regen. Rund um den höchsten Punkt des Rennens war es einfach nur nass, neblig, kalt und windig. Ich habe ernsthaft gefroren, immer wenn ein Windstoß meine völlig durchnässte Kleidung erwischt hat. Das war auch er Punkt, an dem ich einfach nur unglaublich genervt war, mir liefen Bäche über die Stirn in die Augen, meine Handgelenke schmerzten vor Kälte, ich konnte kaum was sehen (Brillenträger haben’s da echt nicht leicht) und irgendwo kam immer noch eine Steigung her. Immer wenn ich dachte „da, bei der Kuppe, danach kann’s ja nur wieder runter gehen“, kam aus dem Nichts wieder ein Anstieg her. Kein Wunder, laut runtastic bin ich auf rund 255 Metern über NN gestartet, dann ging es hoch bis auf 627m, irgendwie wollen die ja überwunden werden, teilweise waren es bis zu 80 Höhenmeter auf nur einem Kilometer Strecke.

Beim Abstieg wurde der Regen zumindest weniger, aber bis zum Zieleinlauf hörte er nciht ganz wieder auf. Den Bergab-Lauf habe ich übrigens total unterschätzt, denn auf Schotter-Waldwegen bergab laufen geht ganz schön auf die Gelenke und so ganz ewig schnell kann man auch nicht laufen, will man nicht Gefahr laufen, sich auch noch hinzupacken. Kurz vor Ende musste ich mich dann nochmal aufregen, denn der Weg war unglaublich schmal und furchtbar durchnässt, so dass ich einmal mit Fuß steckenblieb, auch kein schönes Gefühl, bringt einen voll raus. Dann ging es noch zwei drei Stufen herunter, die aber aus völlig aufgeweichtem Matsch bestanden, bringt einen auch aus dem Tritt. Völlig verwirrt hat mich, dass mir einem Mal Läufer entgegen kamen, der 11km-Lauf führte ein kleines Teilstück uns entgegen, auch dafür waren die Waldwege eigentlich zu schmal.

Kurz vor Ende war dann ein kleines Stück asphaltiert und alles fühlte sich schon nach Zieleinlauf an, also zackzack Vollgas gegeben und dann bin ich mit einer Zeit von 2:20:11 als 107. ins Ziel gelaufen. Mit der Zeit bin ich voll und ganz zufrieden, immerhin bin ich meinem Nemisis „Berglaufen“ begegnet und es waren auch etwas mehr als 22km, nicht nur 21,1, die Strecke und meine Daten dazu könnt ihr bei runtastic sehen. Spaß hat’s auch gemacht, trotz Regen, trotz Kälte und trotz Matsch. Die Läufer sahen teilweise aus, das war unglaublich, mein Laufstil ist ja sehr ressourcensparend und meine Beine fliegen deshalb nicht nicht so hoch, daher war ich nur wenig eingesaut. Ein bisschen unglücklich fand ich auch, dass im Ziel auf recht langem Gras eingelaufen wurde, das war natürlich vom Regen unglaublich rutschig und es legten sich reihenweise Läufer beim Zieleinlauf lang. Lieber Veranstalter: ein Gummimatten und kürzeres Gras wirken das Wunder! Im Ziel habe ich mir dann ein schönes Erdinger alkoholfrei gegönnt und versucht mich aus meinen klatschnassen Sachen zu schälen, war gar nicht so einfach war mit einer Badewannenfüllung Wasser in den Klamotten.

Wie zum Hohn wurde nachmittags das Wetter immer besser und wärmer. Heute morgen begrüßte mich dann diese Aussicht nach dem Aufstehen, strahlender Sonnenschein und 15°, danke Wettergott, hast mich ja klasse verarscht.

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War trotzdem ein schöner Ausflug in den Harz und für mich hervorragendes Training. Jetzt werde ich noch ein bisschen Gas geben müssen, damit der 200km-Mai voll wird, dann gibt’s den 30km Lauf am 2. Juni und dann zwei bis drei Wochen Erholung, Superkompensation und Ausgleichssport. Ich habe auch schon eine Idee für den Juli, vermutlich werde ich da nochmal richtig ranklotzen!

Stand 200km-Mai: 104 / 200km

M13: Bremen läuft…

… für Bremen und die Welt hieß es heute auf dem Marktplatz. Ich hatte in der Firma von diesem Spendenlauf erfahren und mich so auch angemeldet. Zunächst hieß allerdings „Bremen steht sich die Beine in den Bauch“, denn zwischen dem Staffellauf 5x600m, den unser Firmenteam einfach mal grandios gewonnen hat (ohne mich, bin Langstreckenläufer, kein Sprinter) und dem Einzellauf, an dem ich teilnehmen wollte, lagen eineinhalb Stunden. Zugegeben, bei dem schönen Wetter war das keine Strafe, Sonnenschein und 22°, was will man denn mehr?

Um 13.30 startete dann der Einzellauf mit rund 200 Teilnehmern. Und wie der startete, denn ich hab mich vorne im Feld einsortiert damit es nicht so eng wird und bin natürlich in bester Wattkampf-Manier erstmal viel zu schnell losgelaufen. Übder die ersten Kilometer habe ich noch versucht, mein Tempo zu drosseln, aber das klappte eher so semi-gut, ich wurde nämlich noch schneller… In meinem Kopf bin ich dann durchgegangen, was ich aus diesem Lauf machen könnte, ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, einfach so lange zu laufen, bis die Streckenposten mich verscheuchen, weil sie Feierabend haben wollen, jetzt entglitt mir das ein wenig Richtung Tempotraining. Ich habe mich dann dazu entschlossen, erstmal einfach zu laufen, ohne zu denken, vielleicht regelt sich das ja alles von allein.

Nach ein paar Runden kam ich auch tatsächlich ganz gut mir dem Tempo zurecht, ich konnte mich etwas langsamer einpegeln, zwar immer noch schneller als Zielzeit, aber nun ja, passt schon. Nach und nach wurde die Strecke dann immer leerer und leerer und als runtastic mir verkündete, dass ich bereits 15km unterwegs sei, war ich sehr zufrieden mit mir, das war schon 2006 so, im Wettkampf sind mit einem Mal ungeahnte Kräfte da und man ist viel schneller und ausdauernder unterwegs als im Training. Bei Kilometer 18 habe ich dann beschlossen, dass ich den Halbmarathon dann noch vollmachen will, der Rundenzähler, der mir nach jeder Runde ein Gumiband gab, deutete dann an, dass die Verlosung beginnnen würde und das die letzte Runde sei. Ich hab protestiert und ich durfte weiterlaufen und so hatte ich am Ende 34 Gummibänder am Wolle-Petry-Gedächtnis-Unterarm und bis einen Halbmarathon (minimal mehr sogar: 21,5km) in 1:55:14 gelaufen, was einem Tempo von 5:22 min/km entspricht, alter Schawutzki.

Sehr cool war, dass Robson und meine Eltern den ganzen Lauf über im Zielbereich standen und mich angefeuert haben, danke dafür, hat Spaß gemacht mit euch! So, jetzt bin ich geduscht, hab Hunger und will ein Eis. Morgen mit dem Rad zur Arbeit? Ich hoffe doch, aber mal sehen, was meine Beine und mein Heuschnupfen dazu sagen, nä?

Nachtrag:
Start:
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Zum letzten mal Richtung Ziellinie:
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Endlich angekommen:
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Ach ja und:
Stand 200km-Mai: 55 / 200km

M13: Training und Termine (Planung)

Oh Mann, immer diese Entscheidungen, ob das so ne gute Idee war gerade? Den nachfolgenden Satz las ich gerade noch, aber da stand mein Entschluss mich anzumelden bereits, also gibt’s kein Zurück (außer kneifen, aber das gilt nicht):

Auf die besondere Schwierigkeit der Halb- und entsprechend auch der Marathonstrecke wird hiermit ausdrücklich hingewiesen.

Ich habe mich soeben für einen Halbmarathon als „Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen“ angemeldet. Und weil ein „normaler“ Halbmarathon ja zu langweilig ist, habe ich mich für den Bad Harzburger Bergmarathon am Pfingstsamstag, 18.05.13, entschieden. Witzig, genau ein Monat von heute an… Aber ich denke, das ist ein richitg geiles Training, da es ständig bergauf und bergab geht, und das ist etwas, was ich unbedingt trainieren muss.

Also folgende Terminplanung habe ich mir überlegt:
22.04. – 12.05. Wochenpensum ~60km verteilt auf 3-4 Einheiten
13.05. – 17.05. 2 entspannte Laufeinheiten zu je 10-12km
18.05. Halbmarathon in Bad Harzburg, Zielzeit 2:20h (also 6:40 min/km)
20.05. – 26.05. 35km Wochenpensum in 2 Läufen
27.05. – 01.06. 60km Wochenpensum in 3 Läufen
02.06. 30km Training in 3:10h (Entweder Rundkurs Richtung Fischerhude oder Blockland nach Vegesack)
03.06. – 14.06. lockere Laufeinheiten, Regeneration, Ausgleichssport